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Abschiebungen Ein Akt der Barbarei

Abschiebungen nach Afghanistan sind prinzipiell nicht akzeptabel. Ein Kommentar.

Polizeieinsatz bei Schülerdemo gegen Abschiebung
Die Polizei geht in Nürnberg gegen eine Sitzblockade gegen Schüler vor, die mit einer Sitzblockade und Demonstration die Abschiebung eines 20 Jahre alten Berufsschülers in sein Herkunftsland Afghanistan verhindern wollen. Foto: dpa

Seit Angela Merkels liberale Flüchtlingspolitik unter dem Druck der Verhältnisse korrigiert wurde, wird unterschieden zwischen guten Flüchtlingen aus Syrien und dem Irak sowie schlechten Flüchtlingen vom Balkan sowie aus Nordafrika. Dazwischen stehen die Afghanen, die gefühlt zur ersten, faktisch aber zur zweiten Gruppe zählen. Der gewaltsame Abschiebeversuch aus einer bayerischen Berufsschule hat dies auf brutale Weise verdeutlicht.

Abschiebungen nach Afghanistan sind prinzipiell nicht akzeptabel. Das ist spätestens seit dem Bombenanschlag unweit der deutschen Botschaft überdeutlich. Auch die Union weiß das; doch sie hält an der Fiktion, dass es anders sei, fest, weil die Afghanen eine große Flüchtlingsgruppe stellen und sie eine weitere Sogwirkung verhindern möchte.

Die Behauptung, wenn man deutsche Soldaten an den Hindukusch schicken könne, dann könne man auch Flüchtlinge dorthin schicken, ist der Gipfel des Zynismus. Denn Soldaten sind durch Waffen und in Camps geschützt; sie kehren nach Deutschland heim; und sie sind ja genau deshalb überhaupt noch da, weil es in 16 Jahren Afghanistan-Krieg nicht gelungen ist, das Land zu befrieden.

Junge Menschen aus Schulen zu holen, ist unabhängig davon ein Akt der Barbarei. Gleiches gilt für die Abschiebung einer 14-Jährigen nach Nepal, die im Sauerland geboren wurde. Entschuldigungen wären angebracht.

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