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Kommentar zum Cyber-Abwehrzentrum Wahrlich nicht furchteinflößend

Was nun als Nationales Cyber-Abwehrzentrum gefeiert wird, ist wenig mehr als eine zusätzliche behördliche Schnittstelle.

Der Titel klingt martialisch: Nationales Cyber-Abwehrzentrum. Von Bonn aus will die Regierung die wichtigen Datenautobahnen des Bundes schützen sowie die Bürger vor Hacker-Attacken, Phishing-Versuchen und Identitätsdiebstahl.

Doch was Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) heute im Bonner Stadtteil Godesberg offiziell eröffnet, ist wenig mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein. Insgesamt zehn Bundesbeamten sollen sich stemmen gegen das Heer von neugierigen, präpotenten Teenager-Nerds, schwerkriminellen Internet-Verbrechen und staatlich finanzierten Cyber-Agenten. Ein Heer von gesetzlosen Technik-Experten, das es in jüngster Zeit unerkannt geschafft hat, die Multimillionen-Dollar-schweren Sicherheitsvorkehrungen von Unternehmen wie Sony oder RSA zu überwinden und sogar sensible Daten des Internationalen Währungsfonds zu stehlen. In diesem Jahr werden die Unternehmen weltweit nach Schätzungen von Experten nicht weniger als 50.000 Millionen Dollar zum Schutz ihrer IT-Systeme ausgeben.

Deshalb ist das, was nun als Nationales Cyber-Abwehrzentrum gefeiert wird, wenig mehr als eine zusätzliche behördliche Schnittstelle, um zumindest die Zusammenarbeit der wenigen staatlichen IT-Experten in Ministerien, Bundesämtern und nachgeordneten Behörden zu verbessern – und im Falle einer größeren Cyber-Attacke auf Deutschland zumindest ein Mindestmaß an Koordination gewährleisten zu können. Furchteinflößend sind die wackeren Hacker-Jäger aus Bonn wahrlich nicht für die Cyber-Banditen.

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