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Kommentar zu Dobrindt Nationalismus auf bayerische Art

Mit unverfrorenen Äußerungen gegen den Euro erschwert CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt der Kanzlerin das Geschäft.

Foto: dpa

Mit unverfrorenen Äußerungen gegen den Euro erschwert CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt der Kanzlerin das Geschäft.

Wenn CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt über die Zukunft des Euro spricht, dann geht die politische Klasse in Deckung. Den Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, nannte er jetzt einen „Falschmünzer“. Wie sie halt so sind, die Italiener. Die Äußerung ist unverfroren und gefährlich.

Denn der Urheber vergisst, dass Europa auf Respekt gebaut wurde und wie sehr sich die Sicht auf Deutschland in Griechenland oder Spanien schon verändert hat. Dabei demonstriert der Tonfall, dass Dobrindt sich nicht an die europäische Öffentlichkeit wendet, sondern an die bayerische.

Sonst würde er sich mäßigen. Die Christsozialen haben angesichts der heran nahenden Landtagswahl Angst vor dem Machtverlust. Weil die Freien Wähler gegen Europa mobil machen, machen sie mit. So plump ist es wieder mal.

Getarnter Nationalismus

Was sich als Einblick in finanzpolitische Zusammenhänge tarnt, ist Nationalismus. Wohin der führt, lässt sich an den Freien Wählern ablesen. Unter deren Demonstrationen mischen sich jetzt Neonazis. So verschiebt sich die bayerische Politachse nach rechts.

Nebenbei erschwert die CSU der Kanzlerin das Geschäft. Während Angela Merkel die Griechen in der Euro-Zone halten will, arbeitet die „Schwesterpartei“ daran, dies unmöglich zu machen.

Ja, die CSU ist bereit, Europa einer Landtagswahl zu opfern. Das ist mindestens geschichtsvergessen. Um es politisch oberkorrekt zu sagen.

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