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Kommentar zu David Cameron Der Aufstand der Sonnenschein-Europäer

Der britische Premier Cameron ist der König der Extrawürste, seit seinem Amtsantritt nervt er die EU-Partner. Deutschland und Frankreich sollten ihn endlich auflaufen lassen.

Britischer Premier Cameron: Ziemlich verzweifelt, ziemlich wahnsinnig. Foto: dpa

Das Schöne an England ist ja, dass man nicht erst eine Mauer um dieses Land bauen muss, um es abzuschotten. Die Natur hat die Sache elegant erledigt.

Vielleicht ist die geografische Trennung durch das Meer der Grund dafür, dass die Briten immer noch mit der EU hadern. Einerseits befürwortet man als (ehemals) starke Wirtschaftsnation die Gemeinschaft wenn es darum geht, Waren zollfrei von Warschau nach London zu transportieren oder mal in München eine echte bayrische Maß zu trinken.

Andererseits haben die Festlandeuropäer die unangenehme Angewohnheit, Regeln über Glühbirnen aufzustellen und ab und an Geld für schwächelnde Mitgliedsländer zu schnorren. Soweit kommt’s noch!

Auch der britische Premier David Cameron hat dieses schweizerische Verständnis von Gemeinschaft, er ist ein echter Sonnenscheineuropäer und fährt lieber nach Hause, sobald es Probleme gibt. Wobei Cameron immerhin kein EU-Totalverweigerer ist, von denen es in seiner Partei ziemlich viele gibt. Camerons Problem ist, dass die Hardliner gerade stärker werden, weil Großbritannien wirtschaftlich schwächelt.

Cameron spielt mit dem Feuer

Bisher hat Cameron das Problem dadurch gelöst, dass er für England ab und zu eine Extrawurst verhandelt hat (kein Euro) oder einfach mal nicht mitmacht wie bei der Finanztransaktionssteuer. Jetzt hat er eine vermeintlich bessere Lösung, die Europaskeptiker zu besänftigen: Eine Volksabstimmung über den Verbleib in der EU.

Die Aktion ist ziemlich verzweifelt und ziemlich wahnsinnig. Ein Austritt wäre wirtschaftlich nachteilig für das Land, das sagt sogar Cameron. Und wer weiß schon, wie die Wähler in fünf Jahren an der Urne entscheiden? Vielleicht gibt es dann die nächste EU-Krise, kurzfristig könnten sich die Euroskeptiker da bei einem Referendum durchsetzen.

Cameron pokert - und erhöht noch seinen Einsatz: Für den Fall, dass England bleibt, will Cameron für seine Landsleute bessere Konditionen aushandeln. Das Ganze lässt ihn wirken wie einen WG-Mitbewohner, der ohnehin nie abwäscht und damit droht, ausziehen wenn er weiter bei der Kehrwoche mitmachen muss.

Die EU sollte sich auf solche Spielchen nicht weiter einlassen. Es liegt jetzt vor allem an Deutschland und Frankreich, Cameron seine Grenzen aufzuzeigen und ihm klarzumachen, dass er im Zweifel die EU mehr braucht als sie ihn.

Falls das alles nichts nützt, wäre das bedauerlich. Aber mal ehrlich: Cameron und seine Nervensägen würden wir bei den kommenden EU-Konferenzen ganz sicher nicht vermissen.

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