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Kommentar zu Angela Merkel Merkels Erzählungen

Die Bundeskanzlerin redet bei ihrem Auftritt zur NSA-Affäre zu vieles schön. Es ist erstaunlich, wie ruhig die deutsche Öffentlichkeit sich dieses Schauspiel bieten lässt.

Angela Merkel redet vieles schön vor der Sommerpause. Die Öffentlichkeit lässt es sich bieten. Foto: dpa

Die Bundeskanzlerin redet bei ihrem Auftritt zur NSA-Affäre zu vieles schön. Es ist erstaunlich, wie ruhig die deutsche Öffentlichkeit sich dieses Schauspiel bieten lässt.

Nur gute Nachrichten von Angela Merkel an diesem Freitag: Deutschland ist ein Rechtsstaat. Die Amerikaner sollen aufklären, sind aber tolle Freunde. Genau wie alle Ministerinnen und Minister, die sich nicht nur untereinander notorisch mögen, sondern auch das „vollste Vertrauen“ der Chefin genießen. Was natürlich auch für den Verteidigungsminister gilt, der halt nicht immer alles über Drohnen wissen kann, was er vielleicht schon mal wusste. So wie die Kanzlerin nicht alles wissen kann, was vielleicht ihr Kanzleramtsminister weiß.

Es ist erstaunlich, wie ruhig die deutsche Öffentlichkeit sich dieses Schauspiel bieten lässt. Die Mehrheit findet das Handeln der Regierung – derzeit in der NSA-Affäre – unzureichend, wird sie aber wahrscheinlich wieder wählen. Und die Vermutung liegt nahe, dass das an dem Geschick liegt, mit dem Schwarz-Gelb die Lasten der Krise scheinbar von uns ferngehalten hat.

Höhepunkt Merkel’scher Chuzpe

In diesem Zusammenhang darf eine Aussage vom Freitag als Höhepunkt Merkel’scher Chuzpe gelten: Facebook habe seine Europa-Zentrale in Irland, da sei halt der deutsche Einfluss in Sachen Daten-Weitergabe begrenzt. Das sagt dieselbe Politikerin, die dem ganzen Kontinent fast nach Belieben ihren wirtschaftspolitischen Kurs aufzwingt.

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