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Kommentar Mit Essen spielt man nicht

Die Deutsche Bank hat milliardenschwere Risiken am Hals, weil einige Mitarbeiter jahrelang die Rendite über den Anstand gestellt hat. Jetzt kommt die Rechnung.

01.02.2013 16:42
Grit Beecken
Die Deutsche Bank hat einen Milliardenverlust eingefahren. Foto: Lukas Barth

Die Kosten der rund um den Globus schwelenden Rechtsstreitigkeiten der deutschen Bank belaufen sich inzwischen auf vier Milliarden Euro. Etwa 1,8 Milliarden Euro stehen für mögliche Strafzahlungen bereit. Diese Zahlen können Schwindel hervorrufen.

Anshu Jain und Jürgen Fitschen scheinen willens, sie zu begleichen. Das ist ein gutes Zeichen. Schließlich verschlingen die Rückstellungen einen großen Teil des Gewinns, den die Aktionäre sicher gern gesehen hätten. Und wie sollten die beiden Bankchefs einen Kulturwandel vorleben, wenn sie nicht bereit sind, für die Verfehlungen der Vergangenheit zu bezahlen? Leider sind die beiden aber nicht bereit, immer dann auf Gewinne zu verzichten, wenn ein Geschäft fragwürdig ist.

So will die Bank weiter Finanzanlagen auf Basis von Agrarrohstoffen handeln. Er habe keinen Nachweis gefunden, dass die Spekulation für die Preisentwicklung verantwortlich sei. Und keinen Hinweis darauf, dass man so den Hunger in der Welt abstellen könne, so Fitschen. Aber so einfach ist es nicht. Er selbst hat gesagt, nicht alles, was legal ist, sei auch legitim.

Das sollte vor allem für den spekulativen Handel mit Agrarrohstoffen gelten. Mit Essen spielt man nicht. Das ist zwar legal, aber nicht legitim.

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