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Kommentar Klarsfelds Ohrfeige sitzt

Manche Schlachten müssen in der Politik wohl immer wieder geschlagen werden. Nur so sind die maßlosen Ausfälle des CDU-Generalsekretärs Hermann Gröhe und der konservativen Publizistik gegen Beate Klarsfeld, die Präsidentschaftskandidatin der Linken, zu verstehen.

Die Kandidatin der Linken für das Amt des Bundespräsidenten, Beate Klarsfeld. Foto: dpa

Klarfeld hat 1968 von der SED die stolze Summe von 2000 Mark (West) erhalten, nachdem sie ihre Ohrfeige im Gesicht des Bundeskanzlers Kurt-Georg Kiesinger platziert hatte. Für weitere Initiativen, wie es in dem einschlägigen SED-Vermerk heißt. Na und? Deshalb soll sie heute nicht als Präsidentschaftskandidatin geeignet sein, wie es Gröhe und der formidable Kommunistenjäger Hubertus Knabe erklären?
Im Unterschied zur CDU/CSU jener Jahre ist Beate Klarsfeld aktiv gegen die in der bundesdeutschen Gesellschaft untergetauchten alten Nazis vorgegangen. Da sie dabei nicht von staatlichen Stellen und schon gar nicht von der Justiz unterstützt worden ist, musste sie sich Hilfe besorgen, wo sie sie finden konnte. Zum Beispiel in Ost-Berlin. Sie hat sich von der SED nicht instrumentalisieren lassen, sie hat auf eigene Initiative, in eigenem Auftrag gehandelt.

Beate Klarsfeld hat ein Beispiel gegen das geschichtsvergessene Duckmäusertum gesetzt, die bevorzugte westdeutsche Staatsräson der CDU. Deren plumpe Reaktion heute zeigt, dass ihre Ohrfeige noch immer sitzt.

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