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Kommentar EZB kämpft für deutsche Interessen

Eindringlich hat Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), bei den Deutschen um Verständnis für seine Europolitik geworben. Der eindrucksvolle Auftritt vorm Bundesverband der Deutschen Industrie zeigt, dass der Streit im Euroraum auch zu einer Schlacht der Worte geworden ist.

Europas oberster Währungshüter Mario Draghi. Foto: dpa

Der Kampf um öffentliche Unterstützung ist ähnlich bedeutend wie die juristischen Auseinandersetzungen. Keiner weiß das besser als Draghis wichtigster Gegenspieler, Bundesbankchef Jens Weidmann. In der Währungsunion hat die Bundesbank an den Finanzmärkten viel von ihrer Macht eingebüßt. Ihre schärfste Waffe ist heute der überwältigende Rückhalt in der Bevölkerung. Diese Unterstützung setzt Weidmann geschickt ein, um mit kritischen Äußerungen gegen Draghis Kurs zu mobilisieren.

Nun hält der EZB-Präsident dagegen und wendet sich seinerseits an die Deutschen. Leicht ist es für Draghi nicht, das tief sitzende Misstrauen zu überwinden. Doch schon ein bisschen mehr Offenheit hier für seine Argumente könnte ihm helfen.

Nicht zufällig sprach Draghi zu Unternehmern. Die deutsche Wirtschaft spielt in der ganzen Eurokrise eine bemerkenswert konstruktive Rolle. Sie hat bei aller Kritik an einzelnen Punkten eines deutlich gemacht: Wer wie Draghi für den Euro kämpft, kämpft für deutsche Interessen und deutsche Arbeitsplätze.

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