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Kommentar Die Jobkrise in der Euro-Krise

Die Euro-Krise ist auch eine Beschäftigungskrise und die ist lange nicht vorbei. Im Gegenteil, sie droht sich weiter zu verschärfen.

In der Euro-Krise ist viel die Rede von Renditen, Ratings und Rettungsfonds. Das eigentliche Problem gerät dabei leicht aus dem Blick. Millionen Menschen in Spanien, Italien, Portugal, aber auch in Schweden, der Tschechischen Republik und Irland zahlen für die Krise mit dem Verlust ihres Arbeitsplatzes und damit dem Verlust an sozialer Sicherheit, an Wohlstand und Lebensqualität. Sie können Mario Draghi, dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank, kaum folgen, wenn der erklärt, das Schlimmste sei überstanden.

Die Euro-Krise ist auch eine Beschäftigungskrise und die ist lange nicht vorbei. Im Gegenteil, sie droht sich weiter zu verschärfen. Dramatische Ausmaße hat die Jugendarbeitslosigkeit angenommen. Eine ganze Generation erlebt gleich zu Beginn des eigentlichen Berufslebens, dass sie nicht gebraucht wird. Selbst wer in Spanien oder Irland nach Ausbildung oder Studium einen Job ergattert, kann davon meist nicht leben.

Kanzlerin Angela Merkel spricht daher seit geraumer Zeit davon, dass Wachstum das Sparen ergänzen müsse. Gleichwohl setzt sie auf Strukturreformen, auf Lockerungen der Arbeitsmärkte und mehr Wettbewerbsfähigkeit durch Kostensenkungen. Wenn dies wirkt, dann frühestens in fünf oder zehn Jahren. Keine Antwort gibt Merkel jedoch auf die Frage, wie Europas Gesellschaften die Zeit bis dahin überstehen sollen.

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