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#MeTwo Wer über Rassismus spricht, der braucht Schutz

Menschen, die von ihren Erfahrungen mit Rassismus erzählen, sind die Helden unseres Alltags. Und wir brauchen sie heute dringender als je zuvor. Die Kolumne.

Ali Can
Ali Can hat den Hashtag #MeTwo ins Leben gerufen. Foto: rtr

Dieses verdruckste Verwischen eines ernsthaften Problems gehört in das Arsenal der Leugnung, Verdrängung und damit irgendwie auch des Akzeptierens von Rassismus.

Warum ist das so? Wie halten es die Betroffenen aus? Wieso verhalten sich Menschen rassistisch? Wie kann es sein, dass in einem Land, dessen Grundgesetz die Gleichheit aller Menschen und ihrer Würde an erste Stelle setzt, ebendiese Grundlage infrage gestellt wird?

Niemand darf in Deutschland als weniger wert betrachtet werden. So ist das Gesetz, das Grundgesetz. Wer sich aber heute in der Hässlichkeit der Flüchtlingsdebatte darauf beruft und diese Haltung einfordert, wird schnell als moralisierend abgewatscht.

Doch was sind wir, was wollen wir sein in Deutschland, wenn wir die Grundregeln der Demokratie als moralistischen Quatsch abtun? Oder zulassen, dass jede Art, die Normen der Menschlichkeit einzuhalten, ob über die zehn Gebote oder die Verfassung, als lächerlich abgetan wird?

Jeder, der von erlebtem und durchlittenem Rassismus erzählt, ist ein Held unserer Tage. Ein Gerechter, der für viele andere spricht, die sich nicht äußern können oder wollen. Wer heute über Rassismus spricht, trotz der verrohten Sprache über Flüchtlinge oder Menschen mit „Migrationshintergrund“, der braucht Schutz. Denn wenn diese Menschen nicht darüber reden und alle anderen dazu schweigen, wird unsere ganze Welt von dieser Düsternis überflutet werden.

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