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Medien Was gehen uns Jan Ullrichs Eskapaden an?

Sollten Medien ausführlich berichten, wenn ein kranker Mann wie der ehemalige Radsportler Jan Ullrich durchdreht? Die Kolumne.

Jan Ullrich
Diese Fotografen scheinen sich sicher zu sein, dass Jan Ullrich in diesem Auto sitzt. Foto: dpa

Beide gerieten sich in des Mimen Finca in die Wolle, die Guardia Civil rückte an, und der Radler fuhr ein. So weit. Nun drängt sich aber die Frage auf: Wer informierte da wann die Presse? Hörte ein Paparazzo Polizeifunk? Oder ist er der Schwager des Revierleiters? Oder war es Ullrich, der sich in seinem Drogenwahn ungerecht behandelt fühlte? Oder Schweiger, dem ein bisschen Publicity immer willkommen ist?

Es geht noch weiter. Jan Ullrichs Leben in den darauffolgenden Tagen ist fast lückenlos dokumentiert, anzuschauen und nachzulesen in den einschlägigen Gazetten, aber auch in der seriösen Presse. Er wird entlassen. Lance Armstrong verspricht Hilfe durch seinen Leibarzt. Beide fliegen im Learjet ein. Das bringt offenbar wenig, denn Ullrich soll nun nach Deutschland zu einer Therapie. Er schlappt zum Flughafen in einem Outfit wie im Dschungelcamp (was ihn zugegebenermaßen wenig bis gar nicht von den meisten anderen Mallorcareisenden unterscheidet).

Vor dem Abflug raucht er drei Zigaretten gleichzeitig (dürfte dort auch keine Seltenheit sein). Er fliegt nach Frankfurt und steigt in einem Luxushotel ab. Er versucht sich spätabends in der Bar des Hauses an einem Handstand, wird daraufhin ihrer verwiesen.

Nachts lässt er nacheinander mehrere Escort-Damen auf sein Zimmer kommen, die letzte würgt er. Wieder kommt die Polizei, abermals fährt der Radler ein. Das Ganze wird sicherlich noch weitergehen. Ein kranker Mann dreht durch. Das ist schlimm. Aber geht uns das wirklich etwas an?

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