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Medien Was gehen uns Jan Ullrichs Eskapaden an?

Sollten Medien ausführlich berichten, wenn ein kranker Mann wie der ehemalige Radsportler Jan Ullrich durchdreht? Die Kolumne.

Jan Ullrich
Diese Fotografen scheinen sich sicher zu sein, dass Jan Ullrich in diesem Auto sitzt. Foto: dpa

Eigentlich machen wir uns schon lange keine Gedanken mehr darüber. Da kommen Berichte über Geschehnisse über uns, wir nehmen sie wahr, und schon nach kurzer Zeit reden wir mit anderen Leuten darüber, so als wären wir selbst dabei gewesen. Wie aber sind diese Neuigkeiten entstanden?

Bei Unfällen, Bränden oder Explosionen ist der Fall klar. Da rücken Rettungskräfte an, das erfahren Reporter, die rasen zum Unglücksort und berichten. Auch über Fake News müssen wir hier nicht nachdenken. Die sind in wirren oder klugen Köpfen entstanden und sollen uns etwas vorspiegeln, das in Wahrheit ganz anders ist.

Jan Ullrich und Til Schweiger sind eben berühmt

Wiederum anders verhält es sich mit der Objektivität, denn auch die gibt es nicht. Die entsteht im Hirn des Betrachters und gründet sich auf dessen Wahrnehmungsfähigkeit, Vorlieben und Tagesform. Lässt man zwölf Menschen Berichte über den selben Vorgang verfassen, kann es sein, dass alle verschieden sind. Dennoch haben alle recht – so sie denn redlich zu Werke gingen. Das alles lässt sich also leicht erklären.

Wie aber kommt es zu Nachrichten über Intimes, Privates und somit Geheimes? Nehmen wir nur einmal einen aktuellen Fall. Da ist einer bei einem zu Besuch, dreht durch und will seinem Gastgeber ans Leder. Der ruft die Polizei, die kommt, führt den Zornnickel ab und steckt ihn ins Kittchen.

Ein Vorgang, wie er sich täglich dutzendfach abspielt, meist in den Hütten der Armen, was keinen interessiert. Geschieht das aber in den Palästen der Reichen, kann die Sache schon anders aussehen. Erst recht, wenn es sich bei den Betroffenen um Berühmtheiten handelt, in diesem Fall um einen ehemaligen Rennradler und einen Schauspieler. Jan Ullrich und Til Schweiger, so geschehen auf Mallorca.