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Identitäre Bewegung Sag es wie Sellner

Der Chefideologe der rechtsextremen Identitären Bewegung Martin Sellner hat sich in einem Post auf Facebook ziemlich blamiert. Dabei legt er doch sonst so viel Wert auf Inhalt und Form. Die Kolumne.

Identitäre Bewegung
Einer der führenden Köpfe der Identitären Bewegung: Martin Sellner, hier in Berlin. Foto: imago

Martin Sellner, österreichischer Chefstratege der rechtsextremen Identitären Bewegung, ist ein vielbeschäftigter Mann. Es ist noch gar nicht lange her, da wollte er mit einem spendenfinanzierten Pannenfrachter auf dem Mittelmeer Flüchtlingsretter „konfrontieren“, um die „illegale Flutung Europas“ zu verhindern. Das Unterfangen scheiterte, schließlich durften die rechten Hipster nicht einmal den Hafen von Malta anfahren.

Mit fürs Marketing so dringend benötigten Bildern von gesprengten ehemaligen Flüchtlingsbooten wurde es entsprechend nichts – doch sicherlich waren sie alle knackig braun, was selbstredend der als Erfolg verkaufen darf, der auf einem gesponserten Schiff die Mittelmeersonne genießt.

Martin Sellner auf den Spuren der Alt-Right-Bewegung?

Der rastlose Sellner ist jedoch schon wieder auf Achse. In die USA hat es ihn verschlagen, in die Heimat der rassistischen Alt-Right-Bewegung, und insbesondere nach Berkeley: Dort sollte an der Universität eine groß angekündigte Veranstaltung mit dem rechtsextremen Trump-Fan und „Breitbart“-Provokateur Milo Yiannopoulos stattfinden. Sellner hatte ganz im „Born to be wild“- Style seinen Hexenritt nach Berkeley auf Facebook gepostet – um dann die wohl nächste Pleite zu erleben. Die „interessante Veranstaltung“ (M. S.) wurde abgesagt.

Abermals ist er also sinnlos in der Landschaft herumgehampelt. Getröstet dürfte ihn haben, dass die AfDler als drittstärkste Kraft in den Bundestag eingezogen sind. Und der internetaffine Sellner wäre nicht der Martin Sellner, wenn er das nicht gebührend auf Facebook etwas ungelenk kommentiert hätte: „Eine Ereignis, dass sie mit einem Mitteln verhindern wollten trotz Heizung Lüge trotzdem fällig Partei FDP haben sie es nicht geschafft“, äußerte die Galionsfigur der Identitären, der es eigentlich doch ganz streng hält mit Form und Inhalt.

Dass eine gelungene Integration bei der Sprache anfängt, dürfte M. S. trotz seines Aufenthalts im Trump-Land nicht vergessen haben: Was also war bloß los mit dem agilen Österreicher, Maus ausgerutscht oder einfach nur Heimweh?

Galionsfigur der Identitären hat ein Rechtschreibproblem

Natürlich kann ein jeder in puncto Orthografie einmal Schwäche zeigen, die meisten Fehler wurden auch fix behoben, und dass in der Korrektur demnächst die „Vorhänge in der AfD unter die Lupe“ genommen werden – geschenkt. Vorhänge, Vorgänge, Hauptsache, die linksversiffte Bagage hat endlich einmal gezeigt bekommen, wo das Hakenkreuz hängt.

Allerdings dürfte die AfD höchstselbst dem Sellner das Bild unter dem Post mittlerweile um die Ohren hauen. Es zeigt einen auf Ritterkult basierenden Nazi-Kitsch inklusive Alexander Gauland als König mit Schwert, im Hintergrund seine treuesten Gefährten Björn Höcke und – Frauke Petry. Sellner hätte wenigstens wissen können, dass die drei sich so gar nicht grün beziehungsweise braun sind, aber er hat sich stattdessen auf seine Rechtschreibung konzentriert.

Doch sollte er sich nicht grämen, hat er immerhin den Hashtag #sagswiesellner auf Twitter ins Leben gerufen. „Es Kater genau um Heizung Lüge angetragen auf Donnerstag allein“, von F. ist ein folgerichtiger Post, der zeigt, dass Sellner einmal andere Maßstäbe setzt.

Klappt eben nicht immer mit der Öffentlichkeitsarbeit, aber dank der AfD „besteigt endlicht die Möglichkeit, dem Linktourismus einfalt zu gebären!“. Das hat er zwar nicht geschrieben. Hätte aber von ihm kommen können.

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