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DHL Kleine Verbesserungsvorschläge

Die Post, also die DHL, tut so viel Gutes. Sie stellt Menschen ein, die sonst keine Chance am Arbeitsmarkt hätten. Aber da gibt es noch einiges zu verbessern. Die Kolumne.

DHL
DHL-Mitarbeiter werden in der regel schlecht bezahlt. Foto: christoph boeckheler

Eigentlich ist das ja mal wieder typisch. Da wird gewettert und gemault, gemosert und geschimpft, doch natürlich würdigt mal wieder kein Mensch, wie viel Gutes diese Firma täglich tut – und zwar ohne viel Aufhebens darüber zu machen. Also: Vielen Dank, liebe DHL, also Post, dass ihr unzählige Menschen bei euch beschäftigt, die sonst keine Chance auf einen Job hätten.

Sind sie doch neu und fremd in unserem Land, kennen weder Sprache noch Gepflogenheiten. Kein anderer Arbeitgeber würde sie nehmen. Ihr tut es, und dafür gebührt euch ein dickes Dankeschön. Eure samaritergleiche Grundeinstellung ist umso höher einzustufen, sehen doch andere Konzerne nur auf den schnellen Profit, menschliche Schicksale sind ihnen egal.

Mehr noch. Ihr stellt diese Menschen nicht mitten in der Nacht ans hinterletzte Förderband in irgendein kunstbeleuchtetes Großlager weit draußen vor den Toren der Zivilisation, sondern schickt sie mitten ins Leben. Hinein in die Städte, in die Häuser, in die Wohnungen. Ihr lasst sie an die frische Luft, schenkt ihnen Kontakt mit Menschen, stellt ihnen oft sogar topmoderne, eigens konzipierte Elektroautos zur Verfügung. Das nenne ich vorbildliche Arbeitgeberehre!

Damit nicht genug. Ihr vertraut ihnen sogar die „letzte Meile“ an, wie in Logistikerkreisen der abschließende Teil in der langen Kette der Paketzustellung genannt wird. Der gesamte andere Transport lässt sich weitgehend computerisieren, doch hier, kurz vor dem Ziel, ist der Mensch gefragt. Hier braucht es Fingerspitzengefühl, Freundlichkeit, Eloquenz und Freude am Beruf.

Wie wäre es denn zum Beispiel mit Deutschkursen?

Die Männer der letzten Meile sind sozusagen die Visitenkarte des Unternehmens. Sie hinterlassen den finalen Eindruck, jenen, der bleibt, der weitererzählt wird, der prägend ist für das Image eines Dienstleisters. Und mit dieser wichtigen Aufgabe betraut Ihr diese Menschen. Hut ab, DHL!

Da jedoch nichts so gut ist, als dass man es nicht verbessern könnte, hätte ich da einige Vorschläge. Es sind nur Klitzekleinigkeiten, die für so einen Riesenkonzern doch kein Problem sein dürften.

Wie wäre es denn zum Beispiel mit Deutschkursen? Wer weder Kosten noch Mühe scheut, einen eigenen Elektrotransporter zu entwickeln und zu bauen und damit die gesamte deutsche Automobilindustrie düpiert, wer die gesamte Republik mit riesigen Logistikzentren überschwemmt, der ist doch sicherlich auch in der Lage, flächendeckend einige Sprachschulen für künftige Mitarbeiter zu bauen.

Ändert doch das Entlohnungssystem

Die würden sich dann gewiss auch sicherer fühlen und damit wohler und somit mehr leisten. Apropos: Ändert doch noch ein kleines bisschen die Dienstpläne. Wer schon morgens bei Schichtbeginn seinem Soll hinterherhechelt, ist nicht motiviert und fährt dem Unternehmen gewiss keine steigenden Umsätze ein.

Und wenn wir schon beim Geld sind: Ändert doch noch das Entlohnungssystem. Vertraut euren Leuten wirklich, stellt sie fest an und zahlt vernünftige Stundenlöhne statt ein paar Cent pro zugestelltem Paket.

Ach ja, wenn wir schon beim Thema Anstellung sind: Versteckt euch nicht hinter dem Argument, für Bezahlung und Behandlung der Subunternehmer, eurer Subunternehmer, nicht verantwortlich zu sein. Ihr seid es nämlich trotzdem. So, liebe DHL, das war’s auch schon. Sonst ist alles prima.

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