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AfD Das Frauenbild des Björn Höcke

AfD-Mann Björn Höcke hat einen Gesprächsband vorgelegt, in dem er sein Rollenverständnis offenbart. Er steht exemplarisch für das Frauenbild der AfD. Die Kolumne.

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Nicht nur Björn Höcke, in der AfD pflegt man generell ein eigenwilliges Frauenbild. Foto: dpa

Lesen bildet, wer weiß das besser als ein examinierter Geschichtslehrer? Daher hat Björn Höcke, der Mann fürs Völkische, einen Gesprächsband vorgelegt, der zur neuen Pflichtlektüre der AfD werden dürfte. Auf 306 Seiten offenbart Höcke seine Heimatliebe – und zwar in einem ehrlichen Männergespräch „jenseits von Färbungen und Verleumdungen der Mainstreampresse“ (Verlagswerbung). Verleumden will auch die FR niemanden, nur einen klitzekleinen Auszug aus dem Machwerk zitieren, der einen Einblick gewährt in das Rollenverständnis eines der wichtigsten Köpfe der AfD.

Dort werden die Unterschiede zwischen Mann und Frau thematisiert, die Höcke zu „kultivieren“ bestrebt ist. Das Männliche sei geprägt durch „Wehrhaftigkeit, Weisheit und Führung“, während dem Weibe „Intuition, Sanftmut und Hingabe“ innewohnten, womit der aktive und passive Part klar zugeordnet ist.

Das geht beim völkischen Familienmodell nicht anders, da müssen sie durch, die Damen, und eben auch die gar nicht so sanften, denke man an die Reden von Frau Weidel im Bundestag. Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel. Entscheidend ist, dass die Hierarchie funktioniert, und in der gehören Frauen nicht in die Führungsebene. Können sie als intuitionsgesteuerte Gemütsmenschen halt nicht, da kann der Höcke doch nichts für.

Friseure müssen weiblich sein, findet AfD-Mann Räpple

Der männlichen Wehrhaftigkeit zuträglich ist die Hingabe und nicht ein zickiges Weib, das sich selbst verwirklichen will, anstatt seine Stiefel zu wienern. Die Welt braucht Führer und die sind männlich; gut, dass es endlich mal wieder einer ausspricht.

Der baden-württembergische AfD-Landtagsabgeordnete Stefan Räpple, Mitglied des Bildungsausschusses, kam auf einer Pressekonferenz zum Thema „Gendermainstreaming“ zu einem ähnlichen Ergebnis. Vom „Staatsfeminismus“ war die Rede, der über das pädagogische Personal an den Hochschulen einen „Einheitsmenschen“ zu erschaffen gedenke: „Das heißt, es soll keine spezifischen Männerberufe und auch keine spezifischen Frauenberufe mehr geben.“ Frauen könnten möglicherweise auf dem Bau „eingesetzt“ werden oder Männer in „Friseurberufen, … wo Frauen normalerweise ihre Interessen haben“. Schön, wie Räpple hier den „Staatsfeminismus“ zur Bestimmerin der individuellen Berufsentscheidung behauptet, denn dass der Teufel Gender trägt, das weiß niemand besser als die AfD.

In der frühen Bildung beginne laut Räpple bereits das diabolische Werk, dahingehend, „dass die Kinder mit Puppen spielen sollen, … und die Mädchen mit Baumaschinen …“. Jungs spielten aber Studien zufolge lieber mit Technik und Mädchen mit „Kosmetikartikeln und kleinen Küchen“. So weit, so „Höcke“, und umso erstaunlicher, dass es in der AfD scheinbar keine Frauen gibt, die den Herren solche Texte um die Ohren hauen.

Bezeichnend vielmehr der sprachliche Lapsus, indem der wissenschaftspolitische AfD-Sprecher Mädchen aus dem großen Kinder-Ganzen ausklammert. Aber so was passiert eben, wenn man eine extra Mädchen- bzw. Frauenwelt konstruiert, um diese von den lukrativen Machttöpfen möglichst weit weg zu theoretisieren.

Machtstrukturelle Geschlechtervorstellungen hat die AfD sicherlich nicht exklusiv, aber nur wenige verfolgen derart offensiv den Traum vom völkischen Klischee. Nur ist es genau das, was die AfD als „Gleichberechtigung“ verkauft.

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