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Kolumne von Mely Kiyak Lieber Beauty-Salafist!

Für wen will ein Salafist anders als von Gott vorgesehen aussehen? Gott behüte, etwa für eine gottlose Schlampe?!

10.03.2012 17:34
Mely Kiyak
Mely Kiyak

Manchmal hinterlässt auch der Allmächtige Flüchtigkeitsfehler in der Visage seiner Schäfchen. Zwar ist der Allmächtige allmächtig und sein Werk ist als fehlerfrei und makellos zu betrachten, aber erzählen Sie das mal einem eitlen Gläubigen, der seinen Auspuff im Gesicht nicht als das betrachtet, was es ist, nämlich als Nase, sondern als schwere Gottesprüfung in seinem ansonsten alabasterhaften Antlitz.

Der ägyptische Abgeordnete der Partei „Nur“, also Licht und Erkenntnis, – (Wenn man die arabische Schrift ins Lateinische überträgt und sich in Deutschland befindet, schreibt man „Nur“ und nimmt sich der in diesen Fällen traditionell türkischen Sprech- und Schreibweise an. Lebt man aber in Frankreich, schreibt man „al-nour“, weil die Übertragung sich an der arabischen Sprach- und Sprechweise orientiert – alles historisch politisch bedingt, so weit alles klar? Alles klar. Manche Medien allerdings wissen das nicht und schreiben Al-Nur Partei. Das ist ganz schön idiotisch, aber was will man machen?) – Mandatsträger der Nur Partei Anwar al-Belkimy jedenfalls ließ sich beim Schönheitschirurgen seinen Riesenzinken in ein Stupsnäschen verwandeln.

Mitglieder der Nur Partei aber sind Salafisten. Apropos, Salafiyya. Oft lese ich in seriösen Medien, diese oder jene Gruppe bestehe aus Islamisten. Es ist zum vor Verzweiflung Kissen aufreißen und Inhalt aufessen! Islamist, schön und gut – aber was denn für einer? Salafist, Wahabit, Hizbollist, Muslimbruder, Dschihadist, oder, oder, oder. Und ist es sicher, dass es sich um Islamisten handelt; streben sie wirklich politische Macht an oder sind Fromme, gar Ultraorthodoxe gemeint, die anderweitig die gesellschaftliche Ordnung beeinflussen?

Ich meine, man schreibt auch nicht, dass in diesem oder jenem Land die „Okraten“ auf dem Vormarsch seien. Man fragt sich als politisch gebildeter Mensch doch, um welche Ausprägung des Okratismus es sich genau handelt; Nationaldemokraten, Sozialdemokraten oder Aristokraten? Ungefähr klar, was ich meine?

Herr Anwar Al-Belkimy geht also zum Arzt und lässt sich an der Nase operieren. Es tauchen Bilder seines bandagierten Gesichts in der Öffentlichkeit auf, die dadurch hervorgerufenen Fragen beantwortet er mit einer herzzerreißenden Geschichte: Von einer wilden Bande überfallen, seien Geld und Auto geklaut und seine Physiognomie demoliert worden. Er konnte natürlich nicht sagen, „ich habe mir eine kurze Auszeit vom Salafistsein genommen, das darin bestand, einen fusseligen Bart und einen langen Mantel zu tragen, um dem Spirit des Propheten Mohammeds so nahe wie möglich zu kommen. Sorry, ich wollte die Schöpfung überlisten.“

Warum aber will ein Salafist anders als von Gott vorgesehen aussehen? Wollte er sexy sein? Für eine verschleierte Salafistin? Oder für eine gottlose Schlampe? Wo doch nichts so sehr Begehren auslöst wie eine prächtige Nase. Der Volksglaube insinuiert, die Größe des Riechorgans ließe hoffen, dass Gott im Souterrain des Mannes besonders viel Zeit und Material verbraucht hat. Al-Belkimy kennt wohl nicht das deutsche Sprichwort: „Wie die Nase des Mannes, so sein Johannes.“ Wie übersetzt man das sinngemäß ins Arabische? Wie die Nase des Mullah, so sein Puller?

Ende vom Lied: Abbe Nase. Verfutschte Ehre. Wegges Mandat.

Ihre Mely Kiyak.

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