26. Februar 201710°C Frankfurt a. M.
Lade Inhalte...

In eigener Sache Wider die Hetzkampagne

Auf den Artikel unserer Kolumnistin Mely Kiyak zum Auftritt von Thilo Sarrazin bei Günther Jauch folgte eine perfide Hetzkampagne. Es ist der Hass auf das vermeintlich Fremde.

30.05.2012 19:27
Foto: Getty Images

Vor zwei Wochen hat unsere Kolumnistin Mely Kiyak über Thilo Sarrazin und seinen Auftritt in der Sendung von Günther Jauch geschrieben. Mit einem Satz dieses Textes ist sie Sarrazin persönlich zu nahe getreten. Viele Leser haben diesen Satz als unzulässig und beleidigend empfunden. Wir haben kritische Reaktionen auf diese Kolumne veröffentlicht. Mely Kiyak hat in einer persönlichen Stellungnahme ihr Bedauern über die Formulierung ausgedrückt, Frankfurter Rundschau und Berliner Zeitung haben den Text von ihrer Website genommen, um das Zitat nicht weiter zu verbreiten. Damit sollte der Fall erledigt sein. Ist er aber nicht.

In rechtsextremen Internetforen, vor allem bei Politically Incorrect (PI), wird seitdem eine Hetzkampagne gegen unsere Autorin geführt, deren Name und Aussehen nicht ins deutschnationale Weltbild passen. Hunderte von Mails, Briefen und Anrufen erreichen uns. Die Motive der – meist anonymen – Absender sind eindeutig: Sie wollen ihren Hass gegen alles vermeintlich Fremde loswerden, wüste Drohungen ausstoßen, niedere Instinkte befriedigen. Das passiert nicht zum ersten Mal, wir haben über diese Jauchegrube des Internets bereits in der Vergangenheit ausführlich berichtet. Grundsätzlich neigen wir allerdings dazu, diesen intellektuellen Müll als solchen zu entsorgen, ohne ihm auch noch die Ehre der Aufmerksamkeit zu erweisen. Aber auch das hat Grenzen, die jetzt wieder deutlich überschritten sind.

Nur einige Beispiele von vielen, damit Sie wissen, worüber wir hier schreiben: „Was fällt dieser Kurdenschnecke eigentlich ein, deutsche Staatsbürger zu beleidigen. Sie soll doch froh und dankbar sein, dass sie in einem Land wie Deutschland leben darf und nicht wie ihre Eltern in einem Loch in der Türkei aufwachsen musste. Manchmal wünscht man sich andere Zeiten zurück.“ Welche Zeiten wünscht sich der Mann, der sich hinter dem Absender „Verärgerter Deutscher Staatsbürger“ versteckt, wohl zurück? Und wer möchte eigentlich froh und dankbar in seinem Deutschland leben?
Oder: „Das Elternhaus und ihre Bekannten und Freunde prägten dieses Kind durch Teilnahme an Demonstrationen und Versammlungen von Kurden (...) Es sind schon eigenartige Verhältnisse in unserem Land. Ich verurteile jegliche Art von Rassismus.“ Ach, ja?

Unter dem Absender Deutsch-nationale Front liest sich das so: „Die Drecks-Türkenschlampe soll sich bloß aus Deutschland entfernen, sonst schlagen wir sie tot. Raus mit dem fremdvölkischen Ungeziefer aus Deutschland…“ Solche Briefe geben wir an die Polizei weiter, zwecks Strafverfolgung.

Gut, dass es auf der anderen Seite viele Leser gibt, die diesen rassistischen Ausfällen entschieden entgegentreten. Wir danken für diese Zuschriften, haben sie schon auszugsweise abgedruckt und werden dies auch erneut tun.

Ihre Chefredaktion

Zur Startseite

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Kontakt
  • Wir über uns
  • Impressum