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Ikea Kalkulation mit Zwangsarbeit

Ikea untersucht Zwangsarbeit in der DDR - das ist mutig, aber die Wahrhaftigkeit muss angezweifelt werden. Schließlich liegt die Antwort nahe, warum der Möbelgigant nicht einfach ausstieg.

Das Logo wird an einer Filiale des Ikea-Konzerns montiert. Das Ansehen des Konzerns dürfte im Zuge der Zwangsarbeitsuntersuchung leiden. Foto: ddp

Es gibt im Deutschen das geflügelte Wort vom Ritt auf der Rasierklinge. Es kommt immer dann zum Einsatz, wenn jemand ein maximales Risiko eingeht. Der schwedische Möbelgigant Ikea war am Freitag bei einem solchen Ritt zu besichtigen. Man darf dem Konzern zugutehalten, dass er sich zu einer Sonderuntersuchung über Zwangsarbeit in der DDR überhaupt bereit gefunden hat. Und wie der Geschäftsführer von Ikea Deutschland sich im Lichte der Fernsehkameras den Fragen der Opferverbände stellte – das war mutig. Aber war es auch wahrhaftig? Zweifel sind zwingend.

Der zentrale Satz in der Untersuchung lautet: „Ikea missbilligte möglicherweise ab dem Jahre 1978, spätestens aber ab dem Jahr 1981, den möglichen Einsatz von politischen Gefangenen in einzelnen der für das Unternehmen relevanten Produktionsstandorten der DDR.“ Zudem habe man spätestens ab 1978 Gegenmaßnahmen eingeleitet. Doch den Beweis dafür, ob das stimmt, blieb der Möbelbauer schuldig. Die Studie als Ganze wird unter Verschluss gehalten – mit Hinweis auf datenschutzrechtliche Gründe.

Schließlich sagt Ikea nichts Substanzielles zu der Frage, warum es aus der Produktion in der DDR nicht einfach ausstieg, als die Zwangsarbeit nicht gestoppt werden konnte, und Selbiges wohl auch in China nicht beabsichtigt. Die Antwort liegt nahe, wird aber nicht gegeben. Sie lautet wohl: Weil sich Zwangsarbeit rechnet.

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