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Haushalt Haushalt ohne Vorsorge

Noch sechs Wochen – dann braucht der deutsche Staat die Banken nicht mehr. Er kommt ohne Kredite aus. Historisch? Ja. Ein Ruhmesblatt? Nein. Ein Kommentar.

Wolfgang Schäuble freut's: "Keine neuen Schulden ab 2015". Foto: dpa

An Silvester können die Bundesbürger nicht nur auf das neue Jahr anstoßen, sondern auch auf ein neues Zeitalter. Nach fast einem halben Jahrhundert permanenter Kreditaufnahme beendet Deutschland das Leben auf Pump: Der Staat soll dauerhaft mit dem Geld auskommen, das ihm die Bürger zur Verfügung stellen. Die Banken braucht er in Zukunft nicht mehr, um seine Rechnungen zu bezahlen.

Zu Recht spricht die Große Koalition von einer historischen Zäsur. Die Schwarze Null markiert einen Epochenwechsel. Doch nicht alles wird automatisch besser, wenn die Politik dieses neue Kapitel aufschlägt. Die Straßen werden damit nicht besser, nicht die Universitäten und nicht die Toiletten in den Schulen. Auch im nächsten Jahr wird Deutschland weiter von der Substanz und damit auf Kosten der künftigen Generationen leben. Was wir den Kindern und Kindeskindern hinterlassen, bemisst sich nicht allein am Haushaltssaldo.

Entscheidend für die Perspektiven sind die Zukunftsfähigkeit, die Leistungskraft und die Wettbewerbsstärke Deutschlands. Und da leistet die Regierung viel zu wenig Vorsorge, obwohl günstige Umstände es so leicht machen, mehr in die Zukunft zu investieren. Der Haushalt 2015 ist historisch. Ein Ruhmesblatt ist er nicht.

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