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Woanders gelesesen Sieg der Taktikfüchse

Tobias Escher beschreibt anschaulich den Wandel im Fußball.

Porträts von elf Fußball-Trainern aus aller Welt berichten von der Revolution der Taktikfüchse. Pep Guardiola vom britischen Fußballverein Manchester City, José Mourinho vom Rivalen Manchester United oder der deutsche Nationaltrainer Jogi Löw sind nur drei klangvolle Namen, die in den letzten Jahren den Fußball gewaltig verändert haben. So erklärt es Tobias Escher. 
Er beschreibt, wie die Verwissenschaftlichung des Trainer- Berufes, ja des Fußballs insgesamt, darauf zielt, das Genie des einzelnen Spielers überflüssig zu machen. Ziel ist es, mittels Taktik, zu der auch die richtige körperliche Fitness der Spieler gehört, es zu ermöglichen, dass auch Mannschaften siegen können, bei denen jeder Einzelne jedem Einzelnen der anderen Mannschaft deutlich unterlegen ist.

Wolfgang Frank hatte Jürgen Klopp beigebracht, wie man das schaffen konnte, indem man beispielsweise von Mann- auf Raumdeckung umstellte. Escher erzählt von Pressen und Gegenpressen, vom Einzug der polyvalenten Fußballspieler, von der akribischen Planung einer jeden Aktion. Von Spielplänen und Taktik, also von Dreier- und Viererketten und den vielen anderen Varianten. Aber auch von der Ernährung der Spieler, die nur noch ausgewählte Speisen zu sich nehmen dürfen, damit sie gesund und leistungsstark bleiben. 

Escher wird immer wieder fast schon philosophisch. Aber das kommt nur Philosophen so vor. Sie nehmen den Satz über Guardiola dialektisch: „Sein Positionsspiel soll in allen Spielphasen einen Vorteil verschaffen, egal, ob sein eigenes oder das gegnerische Team den Ball hat.“ Wie das funktioniert macht Escher klar, und jeder Anhauch von Philosophie wird aufgehoben in realen Aktionen auf dem Spielfeld, die der Autor anschaulich beschreibt. 

Wem Escher die Augen geöffnet hat, der wird künftig ein Fußballspiel anders sehen. Der von ihm geschulte Fan wird womöglich sein Vergnügen daran haben, im scheinbaren Chaos auf dem Platz den Wandel der Spielerformationen zu betrachten ganz wie ein Musiker lustvoll ein Thema, zwei, drei Motive, in einer Komposition durch alle Variationen, durch Kippfiguren und Krebsgänge hindurch verfolgt.

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