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Woanders gelesen Bürgerkrieg droht

In Venezuela wird der Machtkampf immer brutaler.

Die Kommentatoren sorgen sich um die Zukunft Venezuelas. In der Einschätzung der Lage sind sie sich einig: Die Versorgungssituation der Menschen in dem eigentlich reichen Land ist katastrophal, und der sozialistische Präsident Nicolàs Maduro ist dabei, die Demokratie abzuschaffen. Allerdings wird er am Ende nicht gestärkt aus dem Kampf hervorgehen.

„Auf Dauer wird sich ein tönerner Riese wie das ‚chavistische‘ Regime Maduro aber nicht halten können“, heißt es in der „Augsburger Allgemeinen“. „Alleine die Unfähigkeit der Regierung, die sich rasant beschleunigende wirtschaftliche Katastrophe aufzuhalten, wird über kurz oder lang zum Sturz dieses Präsidenten führen.“ Außer Kuba halte kein Staat Lateinamerikas mehr zu Maduro.

Die Londoner Zeitung „The Observer“ macht auch Maduros Vorgänger für die Lage mitverantwortlich: „Hugo Chávez hat einen geschwächten und verwundbaren Staat hinterlassen. (...) Gegen den Fall des Weltmarktpreises für Erdöl, ein entscheidender Faktor der Wirtschaft Venezuelas, kann das Land nichts machen. Ebenso wenig gegen die andauernde Feindseligkeit von US-Regierungen.“

Für die „Badische Zeitung“ ist es nur eine Frage der Zeit, bis es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kommt: „Die Opposition wirkt wie paralysiert, weiß angesichts der Rücksichtslosigkeit, mit der die Sozialisten alle Institutionen gleichschalten, keinen Rat mehr. Teile der Opposition werden sich radikalisieren und in den bewaffneten Widerstand gehen. Es wird zu einem Bürgerkrieg kommen.“ Viele werden in die Nachbarländer fliehen.

Was ist zu tun, um dem Land zu helfen? Die Antworten spiegeln eine gewisse Hilflosigkeit. Einige Kommentatoren fordern Sanktionen, sehen aber auch die damit verbundenen Probleme. „Amerika, das es in der Hand hätte, Maduros Regime durch einen Ölboykott in die Knie zu zwingen, schreckt zu Recht vor diesem Schritt zurück. Er träfe auch die darbenden Bürger und brächte dem zunehmend isolierten Maduro vielleicht verlorene Sympathien in der Region zurück“, schreibt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.

Ähnlich argumentiert der „Bonner Generalanzeiger“: Die wichtigste Einnahme seien die aus dem Ölexport, „fielen sie aus, könnte Venezuela in die Zahlungsunfähigkeit schlittern, und in der Folge könnten Funktionäre gegen Maduro aufbegehren“. Leidtragende wären aber die Menschen.

Die „taz“ kritisiert, dass die Regierung in Venezuela, statt nötige Lebensmittel und Medikamente zu importieren, alles unternehme, um die Auslandsschulden zu bedienen und eben nicht als zahlungsunfähig eingestuft zu werden. Die „taz“ fordert „intelligente Wirtschaftssanktionen“, damit die Regierung ihre Prioritäten ändert.

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