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Für Sie gelesen Wenig Hoffnung für Waffenruhe

Die angestrebte Feuerpause in Syrien weckt Skepsis.

Die Aussichten auf eine Eindämmung der militärischen Gewalt in Syrien bleiben gering, auch wenn jetzt die Waffenruhe die Kommentarspalten dominieren.

Die „Augsburger Allgemeine“ schreibt: „Der diplomatische Marathon hat jetzt dazu geführt, dass eine Waffenruhe zwischen dem Assad-Regime und den gemäßigten Rebellen in greifbare Nähe gerückt ist. Vor zu großen Erwartungen muss dennoch gewarnt werden. Zum einen klingen die Zusagen, die beide Seiten gegeben haben, nicht überzeugend. Zum anderen haben sich Vereinbarungen über eine Waffenruhe schon oft als brüchig erwiesen. Dabei ist den geschundenen Syrern nichts mehr zu wünschen als ein Ende der Gewalt. Doch den Bürgerkrieg wird selbst ein funktionierender Waffenstillstand zwischen Regime und Rebellen nicht beenden.“

Der „Weser Kurier“ verweist auf die Akteure, die es neben Russlands Putin und seinen syrischen Schützling Assad gibt. „Putin hat einen ebenbürtigen Gegenspieler. Der sitzt allerdings nicht in Washington, nicht in Ankara und schon gar nicht in Brüssel – er sitzt in Riad. Und er zeigt längst im Jemen, dass er alle Varianten von Putins Powerplay beherrscht. Wenn Moskau doch auf militärische Eskalation setzt, wird Riad den Gegnern des syrischen Diktators Assad Flugabwehrraketen liefern – und vorher nicht in Washington um Erlaubnis bitten. Saudi-Außenminister al-Jubeir zieht ganz offen die Parallelen zu Afghanistan. Dort hatte die Aufrüstung der Mudschaheddin die Sowjets zum Abzug gezwungen.“

Die „FAZ“ meint: „Vielleicht war es eine kleine Operation in psychologischer Kriegsführung, als der russische Ministerpräsident auf der Münchner Sicherheitskonferenz vor eineinhalb Wochen den Eindruck erweckte, Moskau gehe auf einen harten Konfrontationskurs zum Westen. Zumindest in Syrien scheint die russische Regierung nämlich doch an jener Zusammenarbeit interessiert zu sein, die sie auf ebendieser Konferenz vereinbarte. Ohne ein Machtwort aus Moskau hätte Präsident Assad sich sicher nicht zu einer Feuerpause und zu Wahlen bereitgefunden. Russland hat den Gewaltherrscher in Damaskus erkennbar unter Kontrolle, soviel steht jetzt fest. Das kann nur einen Grund haben: Seine Streitkräfte sind ohne russische Hilfe offenbar viel schwächer, als viele dachten.“ Putin, so Busse, habe schon viel erreicht. „Er hat seinen Verbündeten stabilisiert, den russischen Einfluss in Syrien und in Nahost erneuert – und er hat vor allem erzwungen, was ihm in der Ukraine noch verwehrt geblieben ist: Die Amerikaner haben sich mit den Russen an einen Verhandlungstisch gesetzt. Das ist nicht nur Balsam auf die Seele einer Staatsführung, die wieder Weltmacht sein will; es bietet auch die Aussicht auf weitere strategische Geschäfte mit Washington.“

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