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FÜR SIE GELESEN Verbale Prügel für Trump

Nur seine Fans unterstützen den Republikaner noch.

Spitzenpolitiker von Demokraten und Republikanern kritisieren den Vorschlag des republikanischen Bewerbers um die Präsidentschaftskandidatur, Muslime die US-Einreise zu verweigern. Sowohl der Sprecher des demokratischen US-Präsidenten als auch die höchstrangigen Republikaner im Kongress, Paul Ryan und Mitch McConnell, sagten, dass der Vorschlag nicht mit ihren Werten und nicht mit denen der USA vereinbar sei. Der britische Premier David Cameron nannte Trumps Position falsch und Frankreichs Regierungschef twitterte: „Mr. Trump, wie andere auch, schürt Hass. Unser einziger Gegner ist er radikale Islamismus.“

Die „Washington Post“ findet es ermutigend, dass „Trumps Gegner ihn endlich auf eine Art und Weise verdammen, wie sie es sonst nur mit Demokraten tun würden. Aber es wirft auch eine Frage auf: Wenn die Äußerungen des führenden republikanischen Kandidaten tatsächlich so wahnsinnig und anstößig sind, wie seine Rivalen es behaupten – und das sind sie ohne Zweifel –, müssen seine Gegner in der eigenen Partei dann nicht unbedingt deutlich machen, dass sie sich gegen Trump stellen würden, wenn er tatsächlich nominiert würde?“ Doch davon kann natürlich keine Rede sein, denn ihre eigenen Positionen gegenüber Muslimen sind nicht viel weniger radikal.

Die „New York Times“ stellt fest, dass die Amerikaner „nun realisieren, dass nichts von dem, was Trump sagt – besonders nicht sein gefährliches Blabla über Einreiseverbote für Muslime – als ernstzunehmender Vorschlag, als seriöse Politik gemeint ist. Nein, er ist ein Süchtiger, dessen Droge Aufmerksamkeit ist; und er kann nicht genug davon kriegen. Er hat begriffen, dass er nur den richtigen Knopf drücken muss, mit der richtigen Provokation kommen muss, schon landet er einen weiteren Hit mit flächendeckender Berichterstattung: überall und zu allen Zeiten nur Trump.“ Dennoch werde er verschwinden, wahrscheinlich schon bald, „weil es zwar eingeschüchterte Amerikaner gebe und Momente, in denen wir die Orientierung verlieren, doch wir sind bei weitem nicht verwirrt genug, um ewig für ihn zu schwärmen.“

Die „Neue Zürcher Zeitung“ befasst sich mit der Frage, wer Trump wählen würde. Es gebe Hinweise darauf, „dass die typischen Trump-Fans weiß, männlich und mittleren Alters sind und aus jener Schicht stammen, die von der Wirtschaftskrise der letzten acht Jahre sowie den strukturellen Umwälzungen der letzten Jahrzehnte am stärksten gebeutelt wurde. Verantwortlich dafür sind in ihren Augen die Eliten, die sich keinen Deut um diesen Betrug scheren, und Minderheiten, die vom Niedergang der weißen Arbeiterklasse profitierten. Entsprechend oft hört man in diesen Kreisen das Wort, Amerika müsse zurückerobert werden. Trump ist der Bannerträger, der sie dabei führen soll“.

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