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Für Sie gelesen Schwieriger Aufbau

Kambodscha erholt sich kaum von der Herrschaft der Roten Khmer.

Denkt man an Kambodscha, ist da immer noch großes Entsetzen. Dort starben Mitte bis Ende der 1970er Jahre geschätzt zwei Millionen Menschen unter der Herrschaft der Roten Khmer. Wie es den Menschen heute geht, beschreibt „Kambodscha. Ein politisches Lesebuch“. Auch jetzt haben sie es trotz des wirtschaftlichen Aufschwungs wie in der Textilindustrie und durch den Tourismus schwer.

Da ist nicht nur das Trauma, unter dem viele leiden. Weiterhin werden Menschen aus ihrer Heimat vertrieben. Im Kapitel „Landraub und Kahlschlag für den Weltmarkt“ erfährt man, dass Kambodschas Regierung die Hälfte des für Landwirtschaft tauglichen Landes an ausländische und heimische Investoren für bis zu 100 Jahre verpachtet hat. Von den Folgen sollen geschätzt über eine halbe Million Menschen betroffen sein.

Solche Eingriffe in die Rechte der Bevölkerung seien möglich, weil in Kambodscha seit fast drei Jahrzehnten eine „demokratische Fassade“ mit Vetternwirtschaft und Korruption durch die regierende Kambodschanische Volkspartei CPP bestehe, heißt es. Der Unmut wächst. Dafür sorgen die soziale Ungerechtigkeit oder die Verfolgung von Oppositionellen und dem Verbot der einzigen Oppositionspartei CNRP Ende 2017.

Neben Geschichte, Wirtschaft und Politik geht es auch um Kunst und Kultur wie Kino und Tanz, der in Kambodscha eine besondere Rolle spielt. „Die Roten Khmer haben den klassischen kambodschanischen Tanz fast ausgelöscht“, schreibt Susanne Lenz. Die Journalistin ist Mitherausgeberin des Buchs. Der Tanz war „ein Bindeglied zwischen Göttern und Menschen“. Die Schule der schönen Künste in Phnom Penh versucht, die alte Kunst zu rekonstruieren und rund vierzig Mädchen in jedem Jahr eine zwölfjährige Ausbildung zu geben.

Ein anderes Mädchen erfuhr im Osten Deutschlands das erste Mal vom fernen Land. Marina Kem ist Tochter eines Ingenieurs, der 1965 in die DDR kam. Nach seinem Tod brachte sie seine Asche ins Heimatland. Bei der Beerdigung waren ihm seine Verwandten endlich wieder nahe.

Wie es weitergeht mit dem Aufbau in Kambodscha? Die neu gebauten Straßen und Luxusresorts finanziert China. Das Nachbarland ist größter Direktinvestor. Das Museum bei Angkor für die immer zahlreicheren Touristen baute und betreibt das Regime von Nordkorea.

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