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Für Sie gelesen Politik mit der Angst

Hans Roslings Buch erklärt mit Statistiken beeindruckend die Welt.

Immer wieder nahm ich mir kleine Vokabelhefte, schrieb Jahreszahlen, Statistiken hinein und büffelte sie. Um sie bald wieder zu vergessen. Der im Februar 2017 gestorbene schwedische Statistikguru Hans Rosling machte es klüger. Er stellte Fragen und kam zu verblüffenden Antworten. Die merkt man sich dann – weil sie verblüffen – besser.

„Wo lebt die Mehrheit der heutigen Weltbevölkerung?“ In Ländern mit geringem, mit mittlerem oder mit hohem Pro-Kopf-Einkommen? Die Antwort: in Ländern mit mittlerem Einkommen. „Diese Kategorie gibt es nicht in der Vorstellung einer geteilten Welt, in der Wirklichkeit existiert sie aber sehr wohl. In diesen Ländern leben 75 Prozent der Weltbevölkerung, also gerade da, wo eigentlich die Kluft sein soll. Oder anders gesagt, es gibt keine Kluft.“ Jetzt verstehe ich, warum Bill Gates findet, es handele sich „um eines der wichtigsten Bücher, die ich je gelesen habe“.

Aber man muss weiterlesen um zu verstehen, worum es Rosling geht. Er mag die Idee der Kluft nicht. Sie ist eine perspektivische Täuschung, meint er. Auch dort, wo zum Beispiel die Einkommensunterschiede zwischen Arm und Reich gewaltig sind, steht die Mehrheit der Bevölkerung doch zwischen den Extremen von Arm und Reich. Es geht ihm also nicht darum, die bestehenden gewaltigen Unterschiede zu leugnen, sondern er warnt davor, an der Realität der weltweit deutlich die Mehrheit bildenden Mittelschichten vorbeizuschauen und vorbeizuhandeln.

Auch auf den Terrorismus blickte Hans Rosling: 2016 waren 0,05 Prozent aller Todesfälle in der Welt Terrorismusopfer. Nur 0,9 Prozent davon starben in den reichsten Ländern der Welt. „Seit dem Jahre 2001 ist es keinem Terroristen gelungen, auch nur einen einzigen Menschen im Zuge einer Flugzeugentführung zu töten.“

Die Sicherheitskontrollen, die die Flüge so sicher machen, vermitteln gleichzeitig das Gefühl der Gefahr. „Heute haben die Menschen (in den USA) fast genauso viel Angst (vor einem Terroranschlag) wie eine Woche nach dem Einsturz der Twin Towers.“ 

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