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Für Sie gelesen Kein Neuanfang

Wladimir Putin setzt seinen politischen Kurs fort - was viele bedauern.

Wladimir Putin ist mit viel Pomp und Kreml-Gloria in seine vierte Amtszeit gestartet. Das wird ebenso kontrovers besprochen wie die Nähe des früheren Kanzlers Gerhard Schröder zu dem russischen Regierungschef. 

Die „SZ“ schreibt dazu: „Deutschland ist geradezu prädestiniert dafür, Russland in einen ehrlichen Disput über eine konstruktive Rolle in der Welt zu verwickeln. Das wäre ein großer Freundschaftsdienst, der aber nur aus der Position der Standhaftigkeit und Stärke gelingen kann. Denn wer sich Putins Lesart einer russischen Ordnung zu eigen macht, der wird Europas System geteilter und demokratisch ausgeübter Macht zerstören und Deutschland in dunkle Zeiten zurückführen. Das Sehnsuchtsrussland vieler Deutscher verträgt sich nun mal nicht mit ihrem Sehnsuchtseuropa.“

Die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“  meint: „Wladimir Putin wird mit Prunk und Pracht vereidigt, und Schröder ist unter den ersten Gratulanten. Die aus dem Kreml verbreiteten Bilder vom Altkanzler, wie er (...) Putins Rechte ergreift, muten befremdlich an. Denn die Unbeirrbarkeit des früheren Kanzlers und SPD-Chefs steht in schroffem Kontrast zum derzeit sonst so ambivalenten Blick der Deutschen auf die Großmacht im Osten.“

Die „Landeszeitung“ findet: „Der Kremlmachthaber setzt auf Kontinuität. Politisch und persönlich. Er macht Medwedew wieder zu seinem Premier, setzt also seinen Kurs der Politik aus einer Hand, nämlich seiner, fort. Er demonstriert die Allianz mit Kirchenoberhaupt Kyrill I, er zelebriert die Freundschaft mit Schröder. Nur diese drei durften ihm nach seiner Vereidigung die Hand schütteln. In der Freundschaft mit Schröder steckt viel Symbolik: Er ist für Putin eine Art Brücke in den Westen.“

Die „Nordwest-Zeitung“ kommt zu dem Schluss: „Der Westen muss endlich akzeptieren, dass die Sicht auf diesen Präsidenten in Russland eine ganz andere ist als im Ausland. Putin gilt in seiner Heimat nicht als Ursache der Probleme, sondern als deren Lösung. Er steht für Stärke, Stolz und Stabilität. Putin macht Fehler. Er schafft keine nachhaltige Industrie und verhindert den Aufbau einer Bürgergesellschaft. Ihm ist es aber gelungen, das  (...) Riesenreich nach der postkommunistischen Anarchie der Jelzin-Ära wieder zu stabilisieren.“ 

Das Handelsblatt stellt fest: „Der Westen hat zu lange mit Russland wie mit einem Schwächling agiert. Das hat sehr an der nationalen Ehre gezehrt. Das deutsch-russische und auch das Verhältnis des Westens zu Russland ist eben auch eine Beziehung von Missverständnissen und enttäuschter Liebe. Ein richtiger Start für neue Beziehungen zu Russland wäre es, wenn beide Seiten damit begännen, ihre alten Illusionen beiseitezulegen.“ 

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