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Für Sie gelesen Gegen Stinker

Die Abwrackprämie für Diesel-Autos wird heftig kritisiert.

Mit einer Abwrackprämie versuchen die deutschen Autohersteller, Besitzer älterer Diesel-Autos zum Kauf neuer, schadstoffärmerer Fahrzeuge zu animieren. Die meisten Kommentatoren sehen das kritisch.

„Die Welt“ schreibt dazu: „Stinker weg, umweltfreundliche Modelle her. Die Automobilhersteller stehen auf einmal als die großen Saubermänner da. Glauben sie. Aber sie sind es nicht. In einem aber wird die Prämie wirklich wirken: bei den Absatzzahlen. Die Umweltprämie ist also ein Versuch, das rußgeschwärzte Image aufzupolieren“.

Die „Badische Zeitung“ stellt fest: „Die Altwagenprämie ist das mindeste, was die großen deutschen Autobauer ihren vom Dieselskandal gebeutelten Kunden zukommen lassen müssen. Immerhin haben die Unternehmen – allen voran der Volkswagen-Konzern – den Fahrzeugeigentümern immensen Schaden zugefügt. Gefälschte und geschönte Abgasinformationen wogen viele Autobesitzer in dem Glauben waren, mit dem Kauf ihres Wagens etwas für die Umwelt zu tun.“

Die „Neue Osnabrücker Zeitung“ meint: „VW und andere Hersteller versuchen, einen Markt zu retten, der womöglich nicht mehr zu retten ist. Diesel gelten vielen Autofahrern mittlerweile als Auslaufmodell. Daran werden auch großangelegte Vertriebs- und Werbeaktionen wohl nichts mehr ändern. Sie dürften die Entwicklung maximal etwas verzögern. Erstaunlich ist auch, dass die Autobauer (…) Autos verschrotten wollen, die lange genutzt werden könnten. Was hat das mit Umweltschutz und Nachhaltigkeit zu tun?“

Die „taz“ findet: „Die Aufrichtigkeit ist der Wert, der im Abgasskandal am meisten korrumpiert wurde. Dieser Skandal sollte nicht mehr und nicht weniger sein als der Super-GAU für die Unaufrichtigen. Andernfalls kriegen wir nur Erfolg Simulierende – und eine simulierende Demokratie. Ich habe sie jedenfalls satt : die Lügen. (…) Die, die mit allem durchkommen, weil unverschämt angeblich gewinnt. Der Skandal muss zum kathartischen Moment der Aufklärung werden. Die bedingungslose Aufdeckung deutscher Verstrickungen zwischen Politik und Wirtschaft, eine Chance zur Demaskierung der Megamanager mit ihren Megagehältern, unkontrollierte Auswüchse des neoliberalen Zeitalters. Wie war das noch? Die sind ihr Geld wert! Na, hoffentlich waren sie so viel wert, dass sie ihre Strafen künftig mit dem angehäuften Geld begleichen können. In Strafmaße mische ich mich allerdings nicht ein, dafür haben wir in Deutschland Gerichte. Es heißt, die funktionierten noch ganz gut. Für mich ist dieser Dieselskandal dennoch ein Fest, weil ich nun sagen kann: Willkommen in der Balkan-Familie! Wer hat Euch nur in die EU gelassen?“

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