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Für Sie gelesen Ende der Sorglosigkeit

Der Kursrutsch an der US-Börse hat alle aufgeschreckt.

Ruhe ist nach dem heftigen Kursrutsch in den USA an den Aktienmärkten noch nicht wieder eingekehrt, die Gefahr panikartiger Fluchtbewegung raus aus Aktien, hinein in Anleihen, ist noch nicht gebannt.

Die „Neue Zürcher Zeitung“ sieht ein Problem in der Gewöhnung der Investoren an das billige Geld und der Furcht vor dem Ende dieser Zeit. Zudem hätten diese es verinnerlicht, dass die Notenbanken ihre Geldschleusen öffnen, wenn sich ein Problem für die Finanzmärkte abzeichnet. Doch würden solche Marktverzerrungen immer teurer: „Irgendwann müssen die Zinsen wieder das Risiko des jeweiligen Schuldners spiegeln. Der wachsende Lohn- und Inflationsdruck in den USA und die anziehende Konjunktur im Euro-Raum lassen diesen Zeitpunkt nun näher rücken. Mit der Sorglosigkeit am Finanzmarkt ist es daher vorerst vorbei. Niemand weiß, ob die Entwöhnung vom Billiggeld gelingen wird. Die Notenbanken betreten mit diesem Unterfangen unbekanntes Terrain.“

„The Times“ erinnert daran, dass die Fundamente der Wirtschaft in den USA und in Europa stark seien und die Gewinne der Unternehmen steigen – mit Ausnahmen in Großbritannien, aber „positive Nachrichten aus den USA haben die Märkte schlussfolgern lassen, dass endlich eine Rückkehr zur Normalität stattfinden könnte. Sollte das so sein, wäre es zu begrüßen.“

Zu der Rolle von US-Präsident Donald Trump meint die spanische Zeitung „El País“, Trumps Wirtschaftspolitik habe eine Konjunkturüberhitzung begünstigt und seine Wechselkurspolitik habe das Auftreten sporadischer Erschütterungen im Finanzbereich ermöglicht. „Obwohl es keine Gründe für einen Alarm gibt, treibt Trumps Politik die US-Wirtschaft und die Weltwirtschaft in Richtung akuter Ungleichgewichte.“

Ähnlich sieht es „Aftenposten“ aus Oslo. Trump habe die guten US-Wirtschaftszahlen als sein Verdienst reklamiert, doch „der Zirkus rund um den Präsidenten ist nicht gesund für die Wirtschaft. (…) Der Absturz an den Börsen begann, als er auf den Bildschirmen mit seiner Wirtschaftspolitik prahlte. Wenn er die Ehre haben will, wenn die Pfeile aufwärts zeigen, kann er die Verantwortung kaum ablehnen, wenn die Pfeile nach unten zeigen.“

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ sieht nach den vielen Kursrekorden Bedarf an einer Pause und erklärt das ebenso plötzliche wie heftige Eintreten derselben auch im wachsenden Einfluss automatisierter Handelsmodelle, die beim Unterschreiten bestimmter Kursschwellen Verkaufsaufträge geben und so den Abschwung nochmals verstärken. Es handele sich um einen von der guten Wirtschaftsentwicklung ausgelösten Kursrutsch.

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