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Für Sie gelesen Ende der Chaostage?

Die SPD wird nicht so leicht in ruhigeres Fahrwasser kommen.

Die SPD kommt nicht aus den Schlagzeilen und auch nicht aus den Kommentarspalten. Nun geht es um den Wechsel an der Spitze. Der „Tagesspiegel“ schreibt dazu: „Haarscharf, so ist diese Lösung an der Spitze der SPD. Denn hätten Andrea Nahles und Olaf Scholz nicht auf die teils massiven Einwände aus den Landesverbänden reagiert – es hätte die ausersehene Parteichefin das Amt kosten können, das sie noch nicht einmal innehat. Abgesehen davon, dass von Politprofis mit derart langer Parteierfahrung eine bessere Kenntnis des Innenlebens der SPD zu erwarten ist, zeigt es immerhin zweierlei: Willen zum Kompromiss wie auch zur Führung.“

So nachsichtig ist die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ nicht: „Seit Tagen schlingert die Partei führungslos durch die Republik“, kritisiert das Blatt, das die Interimslösung mit Olaf Scholz als kommissarischem Vorsitzenden aber für eine „saubere Lösung“ bis zum nächsten Parteitag hält. Weniger überzeugter ist es von Andrea Nahles als künftiger Parteichefin. „Ob sie auch die Lichtgestalt ist, auf die die SPD seit Willy Brandt vergeblich wartet, ist noch die Frage. Ihr Stil und ihre Linie verraten darüber bislang nichts. Einzig ihre ‚Teamfähigkeit‘ hebt sie von den egomanischen Neigungen ihrer Vorgänger ab. Aber wie teamfähig ist die SPD? Wie wenig, bekommt Nahles nun schon zu spüren, bevor sie den Parteivorsitz überhaupt übernommen hat. Kaum hatte sich die SPD (und CDU und CSU) zur Geisel eines Mitgliedervotums gemacht, schon ist die Rede von der nächsten Urwahl – die des Vorsitzenden.“

In der „taz“ gibt es Zuspruch für Simone Lange, die gegen Andrea Nahles kandidieren will. „Dass es wenigstens eine Konkurrentin zu Andrea Nahles geben wird, wenngleich auch eher mit symbolischen Chancen, ist eine demokratische Selbstverständlichkeit. Aber wenn man vor einem Jahr noch einen Vorsitzenden mit 100 Prozent gekürt hat, gerät das womöglich schnell in Vergessenheit.“

Die „Rheinische Post“ ist der Meinung, dass Nahles aus den Chaostagen der SPD mit einem blauen Auge davongekommen ist. Zwar habe sie die Sensibilität der Basis in Sachen Personalfragen sträflich unterschätzt. Immerhin sei sie aber der Typ, der aus Fehlern lernt. „Ob der Trend mit der Neuaufstellung gestoppt werden kann, ist ungewiss. Die Wut über die Führung in Berlin wird nicht so einfach verrauchen. Doch sollten die SPD-Mitglieder die Entscheidung über den Koalitionsvertrag für einen Denkzettel an Berlin nutzen, wäre das ein Schnitt ins eigene Fleisch. Die Überlebenschancen der SPD jedenfalls sind größer, wenn sich ihre Mitglieder in den nächsten Wochen mehrheitlich für den Koalitionsvertrag aussprechen.“

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