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Donald Trump Der Anfang vom Ende?

Das Buch über Donald Trump und die Restlaufzeit des Präsidenten.

Der US-Präsident liegt abends manchmal schon um 18.30 Uhr im Bett, futtert Cheeseburger und guckt fern. Sein Wahlsieg kam ihm eher ungelegen, seine eigenen Berater halten ihn für wenig lernfähig – die Enthüllungen des Buches von Michael Wolff sorgen für jede Menge Aufregung. Auch bei den deutschen Kommentatoren.

In der „tageszeitung“ geht Stefan Schaaf der Frage nach, ob Donald Trump psychisch regierungsunfähig ist. „Die Frage wurde so unüberhörbar, dass Trump sie auf Twitter, seinem bevorzugten Medium, persönlich verneinte: Er sei ein ‚geistig stabiles Genie‘ und außerdem ‚wirklich klug‘. Als Beobachter hält man bei solchen Aussagen immer wieder verblüfft den Atem an, wie schon wenige Tage zuvor, als Trump Kim Jong-Un mitteilte, er habe einen größeren Atomknopf als der nordkoreanische Diktator.“

Die Frage, ob Trump „ein Genie oder ein Trottel“ ist, habe auch verfassungsrechtliche Relevanz, so Schaaf weiter. „Im 25. Verfassungszusatz der USA ist festgelegt, dass für den Fall, dass der Präsident nicht in der Lage sei, seine Amtspflichten auszuüben, und dies vom Vizepräsidenten und einer Mehrheit des Kabinetts oder des Kongresses offiziell festgestellt wird, alle Machtbefugnisse augenblicklich auf den Vizepräsidenten übergehen. Höchste Zeit, darüber nachzudenken.“

Nach Auffassung von „Welt“-Autor Clemens Wergin passen viele Leitmotive aus dem Buch von Michael Wolff durchaus zu dem, was man bisher von Trumps Präsidentschaft hörte. Sein Fazit fällt fast mitleidig aus: „Wenn Wolffs Buch eines noch einmal sehr deutlich macht, dann ist es die emotionale Bedürftigkeit dieses Präsidenten. Für ihn ist das ganze Leben ein Kampf um Anerkennung und Respekt. Er will geliebt und gelobt werden.“

Für Gerhard Spörl ist dieses Buch „der Anfang vom Ende“. Bei T-Online beschreibt er den „Tipping Point“, also jenen Moment, in dem eine Situation kippt. „Dass ein Insiderbuch erscheint, in dem die Gebräuche im Weißen Haus und die Eigenarten des Amtsinhabers zum Vergnügen des Publikums ausgebreitet werden, ist üblich. „Bemerkenswert an Wolffs Buch ist, wie früh es geschrieben werden konnte“, meint er. „Der Tipping Point ist noch nicht erreicht, aber irgendwann werden wir sagen: Das war der Anfang vom Ende des 45. Präsidenten der USA.“

Auch in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ wird darauf verwiesen, dass sich das Enthüllungsbuch nur mit den ersten sieben Monaten Amtszeit füllen ließ. „Seine Erzählung krankt daran, dass sie endet, als mit Stabschef John Kelly eine neue Zeitrechnung beginnt“, meint Andreas Ross. Könnte sein, dass Trump sich doch länger hält.

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