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Flüchtlingspolitik Vorteile von Migration erkennen

Das Sterben vieler Migranten reflektiert das Versagen der Flüchtlingspolitik. Scharfe Kontrollen an den Grenzen sind nicht die Lösung. Ein Gastbeitrag von António Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen.

Flüchtlinge
Legale Einreise zu ermöglichen, ist der beste Weg, das Stigma der Illegalität und des Missbrauchs von Migranten zu beenden. Foto: dpa

Schutz von Migranten und Flüchtlingen

Migranten, denen legale Einreisemöglichkeiten verwehrt werden, greifen unweigerlich auf illegale Methoden zurück. Legale Einreise zu ermöglichen, ist der beste Weg, das Stigma der Illegalität und des Missbrauchs von Migranten zu beenden, Anreize für Regelverstöße zu beseitigen und den Arbeitsmarkt effektiv mit ausländischen Arbeitskräften zu versorgen.

Staaten müssen außerdem enger zusammenarbeiten, um gemeinsam von den Vorteilen von Migration zu profitieren. So kann durch einen verstärkten Austausch festgestellt werden, ob bestimmte Arbeitsmarktlücken in einem Land durch Migranten in einem anderen gefüllt werden können.

Drittens brauchen wir stärkere internationale Kooperation, um den Schutz von Migranten und Flüchtlingen zu gewährleisten, und müssen die Integrität des Systems zum Flüchtlingsschutz unter Anwendung internationalen Rechts wieder aufbauen.

Das Schicksal Tausender, die, während der zum Scheitern verurteilten Versuche, Meere und Wüsten zu überqueren, sterben, ist nicht nur eine menschliche Tragödie. Es reflektiert auch das akute politische Versagen: Unregulierte Massenbewegungen in aussichtslosen Umständen befeuern das Gefühl, dass Staatsgrenzen bedroht sind und Regierungen die Kontrolle verloren haben. Dies wiederum führt zu drakonischen Grenzkontrollen, welche unsere gemeinsamen Werte untergraben und die Tragödien der letzten Jahre fortbestehen lassen.

Wir müssen unsere Verpflichtungen erfüllen und das Leben und die Menschenrechte jener Migranten schützen, die vom bestehenden System im Stich gelassen wurden. Wir müssen dringend agieren, um jene zu unterstützen, die jetzt in Transitlagern feststecken oder der Gefahr der Sklaverei oder akuter Gewalt ausgesetzt sind, ob in Nordafrika oder Zentralamerika. Wir müssen ehrgeizige internationale Maßnahmen ins Auge fassen, um jene umzusiedeln, die keinen Ausweg sehen.

Wir sollten also Maßnahmen ergreifen – durch Entwicklungszusammenarbeit, Klimaverhandlungen und Konfliktprävention –, um solch unregulierte große Bewegungen von Menschen in der Zukunft zu vermeiden. Migration sollte nicht gleichbedeutend mit Leid sein.

Wir müssen eine Welt zum Ziel haben, in der wir den Beitrag von Migration für Wohlstand, Entwicklung und internationale Einheit feiern können. Es ist in unser aller Interesse, dieses Ziel zu erreichen. Der diesjährige Globale Pakt könnte ein Meilenstein sein – auf dem Weg hin zu einer Migration, die für alle wirklich funktioniert.

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