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Friedberg in Suhl Vermeidbare Gewalt

Die Situation in der Flüchtlingsunterkunft in Suhl konnte auch deshalb so eskalieren, weil hunderte Menschen zu lange auf zu engem Raum zusammengepfercht waren. Ein Kommentar

Was nun? Polizeibeamte in der Nacht zum Donnerstag vor der Suhler Flüchtlingsunterkunft. Foto: dpa

Die Krawalle in der seit Wochen völlig überlasteten Flüchtlingsunterkunft von Suhl waren absehbar. Wenn viele Hundert, teils durch Herkunft oder Flucht traumatisierte Menschen lange auf viel zu engem Raum zusammengepfercht sind, sind solche Probleme kaum zu vermeiden. Die Behörden in Thüringen müssen sich also fragen lassen, ob sie die Überfüllung nicht früher hätten mildern können.

Genauso, übrigens, müssen sich die Hamburger Behörden fragen lassen, warum sie die Krätze nicht in den Griff bekommen, die sich dort in den Flüchtlingszelten verbreitet. Der Verdacht drängt sich leider auf, dass manche Landesregierung sich zu sehr der (wenn auch berechtigten) Kritik am Bund widmet und zu wenig fragt, wie sie selbst unbürokratisch Entlastung schaffen kann.

Die Krawalle von Suhl lehren noch etwas: Die, die kommen, sind Menschen und keine Heiligen, wie wir auch. Einige von ihnen missachten elementare Standards wie Respekt vor anderen Überzeugungen, andere schlagen zu statt zu reden. Beides können wir nicht tolerieren, auch bei Zufluchtsuchenden nicht. Denn das gewaltfreie Austragen von Konflikten ist der Kern, ohne den unsere plurale Gesellschaft nicht funktioniert. Und gerade dieser Kern ist für sehr viele Flüchtlinge der Grund, warum sie zu uns kommen.

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