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Ein Zeichen für Datenschutz

Der US-Unternehmer Ladar Levinson setzt ein Zeichen. Weil er eher bereit ist, seinen Betrieb zu schließen, als sich dem Datenhunger der Geheimdienste zu beugen, nimmt er seinen E-Mail-Dienst Lavabit vom Netz. Ein Kommentar.

Die NSA hat überall ihre Finger drin. Foto: dpa

Der US-Unternehmer Ladar Levinson setzt ein Zeichen. Weil er eher bereit ist, seinen Betrieb zu schließen, als sich dem Datenhunger der Geheimdienste zu beugen, nimmt er seinen E-Mail-Dienst Lavabit vom Netz. Ein Kommentar.

Es ist ein starkes Zeichen, das der US-Unternehmer Ladar Levison setzt. Er hat jetzt seinen E-Mail-Dienst Lavabit vom Netz genommen, der den Nutzern die verschlüsselte Versendung von Mails ermöglicht. Er habe dies getan, so Levison, um sich an einem Verbrechen gegen das amerikanische Volk nicht mitschuldig zu machen. Mehr dürfe er nicht sagen.

Offensichtlich hatten die US-Sicherheitsbehörden massiven Druck auf ihn ausgeübt, ihnen Zugriff auf die geschützten Server seiner Firma zu gewähren. Schließlich soll Edward Snowden den Dienst aus seinem russischen Exil genutzt haben.

Microsoft, Google und Facebook nicht so mutig

Levisons Entscheidung ist deshalb stark, weil er eher seinen Betrieb schließt, als sich dem Datenhunger der Geheimdienste zu beugen. Konzerne wie Microsoft, Google oder Facebook haben diesen Mut (bislang) nicht aufgebracht.

Zugleich ist die Schließung von Lavabit ein starkes Indiz dafür, dass die Behauptung Snowdens zutrifft, die selbst ernannte Führungsmacht der freien Welt spähe den gesamten Internet- und E-Mail-Verkehr aus und schere sich dabei wenig um so altbackene Dinge wie Briefgeheimnis und Privatsphäre.

Bei aller Aufregung über die Kooperation des Bundesnachrichtendienstes mit der NSA sollten wir nicht vergessen, worin der eigentliche Skandal besteht.

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