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Ebola "Bild" dir deine Hetze

Vor vier Jahren warb Bob Geldof in der "Bild"-Zeitung um mehr Unterstützung für und Liebe zu Afrika. In Zeiten von Ebola spielt Afrika wieder eine größere Rolle für "Bild" - als perfekter Katalysator für Vorurteile und Rassismus. Ein Kommentar.

Symbolbild Foto: Imago

Die „Bild“-Zeitung hatte vor vier Jahren einen besonderen Chefredakteur. Einen Tag lang kümmerte sich der Musikstar Bob Geldof um die folgende Ausgabe und warb für mehr Unterstützung und Liebe zu Afrika. In Zeiten von Ebola spielt Afrika wieder eine größere Rolle für „Bild“ – als perfekter Katalysator für Vorurteile und Rassismus.

Nach dem Tod eines UN-Mitarbeiters in Leipzig wegen einer Ebola-Infektion schürt die größte Zeitung Deutschlands nicht nur Angst vor einer Krankheit, die in Staaten mit einem funktionierenden Gesundheitssystem beherrschbar ist, sondern reduziert das Leben eines Menschen, der sich offensichtlich für andere eingesetzt hatte, auf das Problem, das sein lebloser Körper hinterlässt: „Wohin mit der Leiche?“, fragt die „Bild“ ganz oben auf Seite eins und verspricht einen Krimi.

Wer die Geschichte liest, muss viel intellektuellen Willen aufbringen, einen Krimi zu finden. Ganz ohne Denken wird ihm aber schnell einleuchten, dass Afrikaner, besonders muslimische Afrikaner, gefährlich sind. Sie bringen nicht nur eine aggressive Krankheit zu uns, sie erschweren es auch noch durch ihren Glauben, ihre Körper so zu entsorgen, dass sie niemanden anstecken, also im Krematorium.

Das ist Hetze. Und die Macher der „Bild“ wissen das.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

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