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Austritt aus der Linksfraktion Der Populist Neskovic

Mit Wolfgang Neskovic verliert die Linke einen unbequemen, klugen Mann - aber auch einen, der sich in seiner pathetischen Austrittserklärung eines populistischen Tons bedient, der weit unter seinem Niveau ist.

Erst SPD, dann Grüne, jetzt die Linksfraktion: Wolfgang Neskovic lässt die Parteien reihenweise hinter sich. Foto: dpa

Nun hat Wolfgang Neskovic nach SPD und Grünen auch die Linke hinter sich gelassen. Der war er freilich schon gar nicht erst beigetreten. Aber auf ihrer Liste kandidieren, das war doch in Ordnung. Bei der letzten Bundestagswahl gewann er für die Partei und mit ihrer Hilfe sogar das Direktmandat im Wahlkreis Cottbus.

Mit dem Austritt aus der Bundestagsfraktion hat er nun einen Schlussstrich gezogen. Warum? Wegen des Streits um die Politik der rot-roten Landesregierung, die er oft kritisiert hat? Das ist wenig glaubwürdig.

Denn in einem offenen Brief an die Bürger seines Wahlkreises offenbart der ehemalige Bundesrichter seine ganze Verachtung für das Parteiensystem als solches. „Ein Wesensmerkmal der Parteipolitik ist die Täuschung“, schreibt er dort.

Merkwürdig nur, dass er das erst in dem Moment feststellt, da er sich am Sonnabend in seinem Kreisverband einer Gegenbewerberin für die Nominierung als Bundestagskandidat stellen müsste. Das ist ein demokratisches Verfahren und hat wenig mit den von ihm beklagten Hierarchien in Parteien zu tun.

Dem geht er nun aus dem Weg, offenbar traut er dem Votum der ihm angeblich so zugetanen Basis nicht. Mit ihm verliert die Linke einen unbequemen, klugen Mann, der sich in seiner pathetischen Austrittserklärung freilich eines populistischen Tons bedient, der weit unter seinem intellektuellen Niveau ist.

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