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Auslese Shitstorm gegen FDP-Generalsekretär Döring

Nach der ARD-Elefantenrunde zur Saarlandwahl erfährt FDP-Generalsekretär Döring die Tyrannei des Netzes.

Spürt die Tyrannei des Netzes: FDP-Generalsekretär Patrick Döring. Foto: dpa

In den Tagen danach äußerte sich die Tyrannei der Masse, über die FDP-Generalsekretär Patrick Döring in der ARD-Elefantenrunde unmittelbar nach der Saarlandwahl räsoniert hatte, vor allem satirisch. So twitterte Sukhan K. Stratthus: „Für Fatman #Döring ist die #Tyranneidermasse wahrscheinlich die Vorstufe zur Diktatur des Proletariats“. Und der Internet-Dienst Meedia.de steuerte weitere Beispiele für den Shit-Storm gegen Döring bei. „Gleich mit mehreren Bildern machen sich User über den leicht übergewichtigen Politiker lustig. ’Es stimmt: Wenn ich mir den aufgedunsenen Generalsekretär der FDP Patrick Döring anschaue, bekomme ich auch Angst vor der Tyrannei der Masse’, schreibt Lorenz Meyer auf Google+.“

Jede Menge Spott also für Patrick Döring, der doch nur gesagt hatte, dass das Menschen- und Politikbild (der Piraten oder wahlweise auch der digitalen Welt) stark von der Tyrannei der Masse geprägt sei, „dass ich mir das als Liberaler nicht wünsche, dass sich dieses Politikbild durchsetzt.“

Etwas seriöser setzt sich Blogger-Guru Sascha Lobo auf Spiegel-online mit Dörings verunglückter Kritik am demokratischen Selbstverständnis der Netzwerker auseinander. Was die Piraten gekapert haben, ist nicht mehr und nicht weniger als die bürgerliche Selbstgewissheit im Umgang mit der repräsentativen Demokratie, die Sascha Lobo allerdings nicht vollständig aufzugeben bereit ist. „Die bisherige demokratische Politik, das muss auch gesagt werden, ist aller Ehren Wert, sie hat uns einigermaßen geschmeidig durch die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts geleitet. Aber inzwischen hat sie sich hinter den Mühen und Mühlen der politischen Bürokratie verschanzt und lässt dem Souverän ausrichten: Demokratie ist ein anstrengendes Geschäft, die Masse, das Volk, darf wählen und soll sich ansonsten bitteschön aus den Details heraushalten. Das ist durchaus nachvollziehbar, denn Profipolitiker leisten unendlich viel mehr, als es die Boulevardschelte glauben macht. Aber im Zeitalter der Vernetzung ist ’aus den Details heraushalten’ in den Augen vieler Bürger keine akzeptable Position mehr. Ein Grund für den Erfolg der Piraten ist nämlich nicht nur die Netzpolitik – sondern auch die Art, wie Politik stattfindet: prozessual, vernetzt, dauerdemokratisch.“

Wobei doch für einen Moment festgehalten werden muss, dass sich die Vorstellungen von einer liquiden Demokratie bislang vor allem um das Hervorbringen und freie Flottieren von Meinungen drehen. Demokratische Entscheidungen werden bislang aber überwiegend noch analog getroffen. Dass das so bleiben soll, findet mit Einschränkungen auch Sascha Lobo: „Die Demokratie verwandelt sich mit dem Netz langsam in eine digitale Dauerdemokratie. Dieser Prozess ist nicht ohne Schwierigkeiten und Gefahren, denn am Ende sollte die repräsentative Demokratie transformiert werden, aber erhalten bleiben.“

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