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Auslese Alle hacken auf Ansgar Heveling herum

Internet? Kann ich auch, wird sich der CDU-Abgeordnete Ansgar Heveling gedacht haben. Was die Medien über die darauf tobende Internetschlacht schreiben.

Fest davon überzeugt, dass die kommende digitale Gesellschaft nicht auf konservative Werte verzichten darf: Ansgar Heveling (CDU). Foto: dapd

Unsere Volksvertreter befinden sich seit einiger Zeit in einer digitalen Lernphase. Niemand käme mehr auf die Idee, mal eben das Internet auszudrucken. Peter Altmaier, parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU gibt sich gar als begeisterter Twitterer, und SPD-Chef Sigmar Gabriel kann gar nicht genug davon bekommen, via Facebook den Kontakt zu digitalen Basiswelten zu intensivieren. Und selbst die traditionellen Medien sind inzwischen geneigt, jedem noch so harmlosen Posting Beachtung zu schenken.

"Netzgemeinde, ihr werdet verlieren“

Internet? Kann ich auch, wird sich der CDU-Abgeordnete Ansgar Heveling gedacht haben und nahm dann via Handelsblatt Kontakt zur Netz-Community auf.

Auf der Online-Seite des Wirtschaftsblatts trat er zur polemischen Großoffensive an: „Netzgemeinde, ihr werdet den Kampf verlieren“, stand da etwas hölzern, und es war sogar vom Clash of Civilizations die Rede.

Ansgar Heveling aus Korschenbroich ist fest davon überzeugt, dass die kommende digitale Gesellschaft nicht auf konservative Werte verzichten darf.

In den einschlägigen Foren der Netzgemeinschaft hat man die Kampfansage Hevelings als Herausforderung verstanden und es wird auffällig dünnhäutig zurückgeholzt.

Gehackter Account, Gemeinheiten im Profil

Heveling sei die „Fleisch gewordene Unwählbarkeit der CDU“, schreibt in Anspielung auf die Körperfülle der Netz-Guru Thomas Knüwer. „Der Abdruck des unfassbar dummen Textes von Heveling ist nichts anderes als der Versuch des Handelsblatts, die Klick-Zahlen nach oben zu treiben und einen leider absehbaren Shitstorm zu erschaffen“, schreibt Knüwer. Dazu schadet es nicht zu wissen, dass dieser selbst einmal Redakteur des Handelsblatts war.

Auf Spiegel-Online konnte man dann nachlesen, dass sich die Netzaktivisten nicht nur verbal mit Heveling auseinandersetzten, sondern auch dessen Account gehackt und lauter Gemeinheiten ins Profil geschrieben haben. Etwas ernster setzt sich Bernd Graff in der Süddeutschen Zeitung mit der Affäre auseinander.

Rückendeckung in der FAZ

„Nun könnte man die Tirade als Belästigung der Allgemeinheit abtun. Allein, das geht nicht. Denn Heveling ist ja tatsächlich ein gewählter Volksvertreter, der sich qua Mitgliedschaft in der Enquete-Kommission um die digitale Gesellschaft und darum mit deren drängendsten Fragen der modernen Gesellschaft beschäftigen soll. (…) All das tut Heveling nicht. Es ist als ob ein Postkutscher des 18. Jahrhunderts mit der Reparatur eines Ferraris befasst wäre.“

Rückendeckung erfährt Ansgar Heveling allerdings auch, und zwar von Michael Hanfeld in der FAZ: „Wie Pawlowsche Hunde sabbern manche von Hevelings Antipoden nun um die Wette. Ihre Kanonade ist so vorhersehbar wie dumm, geht, wie üblich, auf unterstem Niveau ad personam und etwas Verzweifeltes. Die Möchtegernrevolutionäre werden nicht erst, wie Heveling meint, von der digitalen Revolution entlassen. Sie beweisen ihren schmalen Nutzen seit Langem.“

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