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Petition Spezialisten für Geburten sollen bleiben

Daniel von Rosenberg will die Schließung einer Abteilung der Asklepios Klinik in Sankt Augustin verhindern.

Daniel von Rosenberg kämpft für den Erhalt der Station, in der sein Sohn Vitus kürzlich zur Welt kam. Foto: Melanie Grande

Sie heißen Muhammed Selim, Marc, Victoria und Lea. In ihren hellblauen, grauen, rot-weißen und rosafarbenen Stramplern werden die vier Säuglinge derzeit prominent in der „Babygalerie“ der Asklepios Klinik in Sankt Augustin online präsentiert. „Willkommen kleines Wunder“ lautet die Botschaft des Internetauftritts. Doch von Mitte nächsten Jahres an soll damit Schluss sein. Die Geburtsstation der bei Bonn liegenden Klinik und die klinische Abteilung, die sich mit den speziellen Problemen Früh- und Neugeborener befasst, soll geschlossen werden.

Dagegen regt sich breiter Protest. Nach dem Stadtrat von Sankt Augustin haben sich kurz vor Weihnachten auch die Mitglieder des Kreistages in Siegburg für den Erhalt der Geburtshilfe ausgesprochen.

Auch Daniel von Rosenberg will die Ankündigung des Klinikkonzerns nicht akzeptieren. Der 44 Jahre alte Kölner, der Anfang Dezember zum ersten Mal Vater geworden ist, „will verhindern, dass sichere Geburten und die Gesundheit von Neugeborenen und Müttern in der Region gefährdet werden“. Würde die Klinik geschlossen, könnten im rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis demnächst nur noch in den Krankenhäusern in Troisdorf, Sieglar und Bad Honnef Kinder zur Welt kommen.

Von Rosenberg meint, für werdende Eltern in der Region sei es „eine dramatische Entwicklung“, wenn sie im Notfall weite Strecken bis zur nächsten Entbindungsstation zurücklegen müssten. Der Asklepios-Konzern soll daher seine Entscheidung rückgängig machen, fordert von Rosenberg, Leiter der Entwicklungsabteilung in einer Kölner Fernsehproduktionsfirma, mit seiner Online-Petition, die inzwischen von rund 37 000 Menschen unterstützt wird.

Von Rosenbergs Freundin war im November wegen einer Risikoschwangerschaft in die Klinik eingeliefert worden, nachdem für sie in einem Kölner Krankenhaus kein Bett frei war. Nach vier Wochen kam Sohn Vito dann als Frühchen per Kaiserschnitt in Sankt Augustin zur Welt. Die interdisziplinäre Arbeit des Klinikpersonals beschreibt von Rosenberg als „mustergültig“.

125 Beschäftigte betroffen

Erschüttert hat den jungen Vater jedoch, als er während des Klinikaufenthalts seiner Freundin und seines Sohnes erfuhr, wie den Mitarbeitern der Klinik die geplante Schließung der Geburtsstation verkündet wurde. So habe es die Asklepios-Konzernleitung „offensichtlich nicht für angemessen gehalten, im Vorfeld klinikintern mit den betroffenen Mitarbeitern über ihre weitreichende Entscheidung zu sprechen“.

Von der drohenden Schließung sind nach Auskunft von Geschäftsführerin Kim Jericho 125 Mitarbeiter betroffen. Das Personal und die Hebammen sollen möglichst in anderen Abteilungen der Klinik, anderen Häusern des Asklepios-Konzerns oder in einem anderen Krankenhaus unterkommen. Bei der zuständigen Bezirksregierung hat der private Klinikkonzern schon die Schließung der Geburtsstation beantragt.

Von Rosenbergs Online-Petion richtet sich an Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU), die nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) und Bernard große Broermann, den Gründer und Gesellschafter der Asklepios Kliniken GmbH.

Der Link zur Petitionsseite lautet: www.change.org/alleunserebabies

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