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Aktivposten Internetaufstand gegen Pferdekutschen

Tierschützerin Julia Maier möchte ein Verbot der Touristendroschken in Berlin erreichen.

Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht!“ – Dieses Brecht-Zitat schleudert Julia Maier all jenen entgegen, die auf ihr Engagement für den Tierschutz mit Unverständnis reagieren. „Es gebe doch schließlich größere Probleme, die Not der Flüchtlinge zum Beispiel, das höre ich oft“, erzählt die 29-jährige Münchnerin. Und natürlich gerade jetzt, wo sie im Internet gegen Pferdekutschen in Berlin mobil macht.

Doch Julia Maier bewegt das Leid von Tieren mehr als alles andere. Die Hotelangestellte ist seit Jahren in verschiedenen Tierschutzorganisationen aktiv: „Jede freie Minute“, so erzählt sie, verbringe sie auf Demos und Mahnwachen oder mit der „Aufklärungsarbeit“ über Tierversuche und Massenhaltung, Pelzhandel und Zirkustiere. „Sogar auf dem Weg zur Arbeit verteile ich noch Flyer.“

Als Kind ist sie selbst geritten, als Jugendliche habe sie sich bewusst gegen diesen Sport entschieden, später auf einem Gnadenhof für Pferde gearbeitet. Pferdekutschen sind für Maier nichts als Tierquälerei.

„Die Pferde sind oft wundgescheuert, als Fluchttiere leiden sie im Großstadtverkehr“, argumentiert Maier. Sie verweist auf Berichte über zusammengebrochene Tiere oder schwere Unfälle, nachdem Pferde durchgegangen waren. „Deutschland ist sonst so fortschrittlich, warum halten wir hier an einer solch überkommenen Tradition fest?“, fragt Maier. Die Münchnerin wünscht sich ein bundesweites Kutschenverbot, doch nun hat sie erst einmal eine Petition gestartet, die sich an Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller richtet. „Die Hauptstadt muss Vorbild sein“, sagt Julia Maier. Auch in anderen Großstädten läuft diese Diskussion. In New York hat Bürgermeister Bill de Blasio erst zu Jahresbeginn eine Reduzierung der Kutschen erwirkt, im italienischen Rom oder der Touristenstadt Palma de Mallorca wird seit Jahren zwischen Tierschützern und der Kutschenlobby über eine Abschaffung der Fuhrwerke gestritten.

Maier hatte am Freitag bereits mehr als 65 000 Unterstützer für ihre Verbotsforderung gewonnen. Für sie ist klar: „Die Tiere haben keine Stimme, deshalb müssen wir für sie sprechen.“

Der Aufruf findet sich unter: www.change.org/pferdekutschen.

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