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Medienberichte Iran beginnt offenbar mit Urananreicherung

In der größten iranische Atomanlage soll laut Medienberichten die Anreicherung von Uran begonnen haben. Der Prozess wird als Reaktion auf eine zunehmende Bedrohung aus dem Ausland dargestellt.

08.01.2012 16:58
Mahmud Ahmadinedschad besichtigt eine Uranfabrik. (Archiv von 2008) Foto: dapd

In einer vor potenziellen Luftangriffen geschützten unterirdischen Atomanlage hat der Iran nach Angaben staatlicher Medien mit der Anreicherung von Uran begonnen. Angesichts zunehmender Bedrohung durch Feinde aus dem Ausland sei der technisch komplizierte Vorgang in der Einrichtung Fordo aufgenommen worden, berichtete am Sonntag die regierungsnahe Tageszeitung „Kajan“.

Für den Fall einer Behinderung iranischer Ölexporte kündigte ein hochrangiger Vertreter der Streitkräfte unterdessen eine Umsetzung der bereits mehrfach angedrohten Blockade der Straße von Hormus an.

Die nahe der Stadt Kom gelegene Anlage in Fordo galt lange als geheim und ist zum Schutz vor möglichen Luftangriffen in einen Berg gebaut worden. Die größte iranische Atomanlage befindet sich am Standort Natans im Zentrum des Landes.

Grundlage für Atombombe

Der Westen wirft dem Iran vor, mit seinem Nuklearprogramm die Entwicklung von Atombomben zu verfolgen. Teheran hat das stets zurückgewiesen.

US-Verteidigungsminister Leon Panetta sagte in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview mit dem Fernsehsender CBS, der Iran sei vermutlich noch nicht dabei, eine Atombombe zu bauen. Allerdings lege das Land derzeit die Grundlagen für ein solches Vorhaben. Die internationale Gemeinschaft müsse daher den diplomatischen und wirtschaftlichen Druck aufrechterhalten, um Teheran von diesem Schritt abzuhalten.

Panetta warnte hingegen erneut vor einem unilateralen militärischen Angriff auf die iranischen Atomanlagen, etwa durch Israel. Ein solcher könne leicht zu Racheakten vonseiten des Regimes in Teheran führen, sagte er. Diese könnten auch die in der Region stationierten US-Truppen betreffen.

Iran: Führung könnte Seeblockade umsetzen

Die iranische Führung entschloss sich unterdessen offenbar dazu, für den Fall einer Behinderung iranischer Ölexporte die für den weltweiten Transport wichtige Straße von Hormus tatsächlich zu blockieren.

Die strategische Entscheidung sei von der Staatsspitze gefällt worden, berichtete die iranische Zeitung „Chorasan“ am Sonntag unter Berufung auf Ali Aschraf Nuri, einem hochrangigen Kommandeur der Revolutionsgarden.

In der Vergangenheit drohten iranische Politiker verschiedene Male mit der Schließung der wichtigen Meerenge. Nuris Aussage ist allerdings der bislang stärkste Hinweis darauf, dass die Drohung mit einer Schließung der Straße von Hormus Teil der offiziellen iranischen Politik ist. (dapd)

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