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Massaker in Nigeria Christen im Norden Nigerias brutal ermordet

Mutmaßliche Islamisten haben in Nigeria einen brutalen Feldzug gestartet. Laut Augenzeugen fielen die Männer in Chibok ein, brannten Kirchen und Häuser nieder und massakrierten die Bewohner. Seit Jahren kämpfen Rebellen im Norden Nigerias gewaltsam für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats.

02.12.2012 21:58
Seit Jahren tobt ein erbitterter Religionskrieg im Norden Nigerias. Darunter leiden müssen vor allem die armen Bauern, deren Häuser und Ställe niedergebrannt werden. Foto: AFP

Mutmaßliche Islamisten haben in Nigeria erneut Christen auf brutale Weise getötet. Bei einem Angriff in der Stadt Chibok im Norden des Landes schnitten Angreifer zehn Menschen die Kehlen durch, wie Gemeindevertreter und Augenzeugen sagten. Zuvor hatten mutmaßliche Kämpfer der radikalislamischen Sekte Boko Haram bereits drei christliche Kirchen und mehrere staatliche Einrichtungen an der Grenze zu Kamerun niedergebrannt.

Die mutmaßlich islamistischen Angreifer seien unter Allah Akbar-Rufen (Gott ist groß) in mehrere Häuser gestürmt und hätten die Bewohner massakriert, sagte einer der Gemeindevertreter, der anonym bleiben wollte, der Nachrichtenagentur AFP. Die Angreifer hätten ihre Opfer „wie Schafe“ abgeschlachtet.
In dem Stadtteil Chibok, wo sich das Massaker demnach ereignete, leben mehrheitlich Christen. „Wer sonst als Mitglieder der (islamistischen Sekte) Boko Haram würde in Häuser gehen und die Kehlen von zehn Menschen aufschlitzen“, sagte ein anderer Vertreter. Zunächst bekannt sich niemand zu der Attacke. Chibok liegt rund 70 Kilometer von der Boko-Haram-Hochburg Maiduguri entfernt.

Ein Einwohner des Viertels Myan, Ezekiel Damina berichtete, die Häuser der Opfer seien „mit großer Genauigkeit“ ausgewählt worden. Anschließend seien die Häuser in Brand gesetzt worden. Die Angreifer hätten alles verwüstet.

Einwanderungsbehörde und Zoll angegriffen

Bereits am Morgen hatten etwa 50 Kämpfer christliche und staatliche Einrichtungen in der Stadt Gamboru Ngala im Nordosten angegriffen, sagten Einwohner der Nachrichtenagentur AFP. Ziel der Attacken waren demnach die Einwanderungsbehörde, der Zoll und die Geheimpolizei. Ob in den Kirchen zum Zeitpunkt der Angriffe Menschen versammelt gewesen seien, konnte zunächst niemand sagen. Polizei und Armee in der etwa 140 Kilometer nördlich von Maiduguri gelegenen Stadt waren nicht erreichbar.

„Auf meinem Weg aus der Stadt heraus habe ich die Leichen von zwei Polizisten gesehen“, sagte ein Bewohner Gamboru Ngalas. Ein zweiter Einwohner bestätigte dies und sagte, eine der Leichen habe am Straßenrand gelegen und die zweite in einem Polizeiwagen gesessen. Die Straßen der Stadt seien nach dem Angriff menschenleer gewesen, viele Menschen in Nachbardörfer oder über die Grenze nach Kamerun geflohen. Auch zu diesen Angriffen bekannte sich zunächst niemand.
Im muslimisch geprägten Norden Nigerias kämpfen Boko-Haram-Rebellen seit Jahren gewaltsam für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats. Die Gruppe wird für zahlreiche Anschläge auf Behörden, Polizei und Kirchen verantwortlich gemacht. Erst am vergangenen Sonntag waren in der nordnigerianischen Stadt Jaji bei zwei Selbstmordanschlägen auf eine Kirche mehrere Menschen getötet worden. (afp)

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