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"Mach, was wirklich zählt" So viel kostet die Bundeswehr-Werbung

Rund 12,5 Millionen Euro bezahlt die Bundeswehr für ihre jüngste Werbeaktion "Mach, was wirklich zählt". Den größten Posten imachen mit 4,3 Millionen Euro die Plakate aus, die noch bis in den Februar 2016 hängen sollen.

Auf der Suche nach Nachwuchs: die Bundeswehr. Foto: rtr

Wie viel Nachwuchs die Bundeswehr durch ihre jüngste Werbeaktion „Mach, was wirklich zählt“ gewinnt, ist noch nicht abzusehen. Die Kosten stehen fest: Rund 12,5 Millionen Euro im Jahr 2015. Das geht aus einem Bericht hervor, den die Vorsitzende des Haushaltsausschusses im Bundestag, Gesine Lötzsch, angefordert hat.

In dem Papier aus dem Finanzministerium, das der „Frankfurter Rundschau“ vorliegt, wird als Ziel beschrieben, „den Arbeitgeber Bundeswehr in der Wahrnehmung“ junger Menschen „zu positionieren“ und passende Bewerberinnen und Bewerber zu gewinnen“. Den größten Posten machen mit 4,3 Millionen Euro die Plakate aus, die noch bis in den Februar 2016 hängen sollen. Da die Kosten für Werbeagentur und Produktion reduziert werden konnten, seien rund 340 000 Euro für Medienkanäle eingesetzt worden, die „hohe Aufmerksamkeit bei der Zielgruppe erzielen konnten“, teilte Staatssekretär Jens Spahn der Abgeordneten der Linkspartei mit.

Mehr als eine Million Euro hat sich die Bundeswehr darüber hinaus die Feierlichkeiten zu ihrem 60-jährigen Bestehen kosten lassen. Etwa die Hälfte diente dem Bericht zufolge der Feier mit großem Zapfenstreich vor dem Reichstagsgebäude, die andere Hälfte großformatigen Anzeigen in mehr als 20 Tageszeitungen.

"Wir kämpfen dafür, dass du gegen uns sein kannst"

Kampagne und Jubiläumsfeiern hatten auch die Kritiker der Bundeswehr auf den Plan gerufen. Eine antimilitaristische Künstlergruppe aus Berlin und Leipzig namens „Peng!“ karikierte die Aktion in den sozialen Netzwerken. In einem Internetvideo ließ sie Szenen aus der Originalwerbung in einem Atompilz enden.

Die Bundeswehr nahm Aktionen ihrer Kritiker im Gegenzug in ihre PR auf. So wurde ihr „Showroom“, den sie zur Personalwerbung am Berliner S-Bahnhof Friedrichstraße betreibt, in der Jubiläumsnacht mit Farbe besprüht. Davon stellte sie ein Foto auf die Facebook-Seite des Anwerbezentrums. Neben der beschmierten Fensterfront ist ein Plakat mit der Aufschrift zu sehen „Wir kämpfen auch dafür, dass du gegen uns sein kannst“.

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