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London Der Flüchtling, der vom Himmel fiel

Er träumte von einem besseren Leben in Europa - und bezahlte dafür schließlich mit seinem Leben. In einem wohlhabenden Stadtteil Londons finden Spaziergänger eines Morgens einen toten Mann - erst Monate später können Behörden sein Schicksal klären.

Ein blinder Passagier überlebte den Flug in der British-Airways-Maschine nicht. Foto: REUTERS

Die Polizei weiß wenig über den jungen Mann, der in Großbritannien, wenige Kilometer vom Flughafen Heathrow entfernt, vom Himmel fiel. Nur, dass ihn die Verzweiflung dazu getrieben hat, sich als blinder Passagier in einer British-Airways-Maschine auf dem Flug von Luanda in Angola nach London zu verstecken. Er suchte ein besseres Leben in Europa.

José Matadas Leichnam wurde an einem Septembermorgen 2012 auf einem Bürgersteig im wohlhabenden Londoner Stadtteil Mortlake gefunden. Er war vermutlich bereits tot oder dem Tode nahe, als das Flugzeug beim Landeanflug die Räder ausfuhr und er aus der Maschine stürzte.

Bei minus 60 Grad das Bewusstsein verloren

Wie die richterliche Untersuchung der Todesumstände in London nun ergab, hatte er sich am eingezogenen Fahrwerk im Bauch der Boeing festgeklammert. Der junge Mann überlebte den größten Teil des Zwölfstundenfluges, verlor jedoch wegen Sauerstoffmangels und Temperaturen von minus 60 Grad Celsius aller Wahrscheinlichkeit nach das Bewusstsein. Er starb an seinem 26. Geburtstag mit nur einem Pfund Sterling in der Tasche.

Angehörige hat die britische Polizei bis heute nicht finden können. Weil der blinde Passagier keine Ausweispapiere, aber Geld aus Angola und Botswana bei sich trug, gingen die Beamten zunächst davon aus, dass er aus Angola stammt. Die Identifizierung gelang dann über eine Handykarte: José Matada kommt aus Mosambik. Er ist mittlerweile in England bestattet worden – dort, wo er auf ein neues Leben gehofft hatte.

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