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Linke Parteivorsitz Oskar Lafontaine verzichtet auf Kandidatur

Oskar Lafontaine zieht sein Angebot, als Parteivorsitzender der Linken zu kandidieren, zurück. Er wolle einen "passenden Neuanfang" ermöglichen. Nun wollen Kipping und Schwabedissen antreten.

22.05.2012 17:15
Markus Decker und Jörg Schindler
Oskar Lafontaine will den Parteivorsitz nicht, im Hintergrund wartet Dietmar Bartsch auf eine eigene Kandidatur. Foto: dpa

Der ehemalige Linksparteichef Oskar Lafontaine will jetzt doch nicht erneut für den Vorsitz seiner Partei kandidieren. Lafontaine erklärte am Dienstag, er habe zur Kenntnis nehmen müssen, „dass meine Bereitschaft nicht zu einer Befriedung der innerparteilichen Auseinandersetzung geführt hat, sondern dass die Konflikte weiter eskaliert sind“. In diesem Umfeld könne er nicht dazu „beitragen, dass die Linke wieder eine starke bundespolitische Kraft wird“.

Der 68-Jährige hatte in der vergangenen Woche seine Bereitschaft zur Kandidatur bekundet. Er hatte dies aber an die Bedingung geknüpft, dass es keinen Gegenkandidaten geben dürfe. Alles andere wäre „nicht der krönende Abschluss“ seiner Karriere, die er sich wünsche, so der Saarländer. Dies richtete sich insbesondere gegen den stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Dietmar Bartsch, der bis 2010 Bundesgeschäftsführer der Linken war und aufgrund des von Lafontaine ausgeübten Drucks gehen musste. Am Montag ließ Lafontaine dann über den amtierenden Parteichef Klaus Ernst eine weitere Bedingung formulieren. Sie besagte, dass er allein dann als Spitzenkandidat für die Bundestagswahl 2013 bereitstehe, wenn er Vorsitzender werde.

Die beiden Bedingungen wurden vor allem in ostdeutschen Parteikreisen als Erpressung gewertet, der man sich nicht beugen werde. Am Montag wandte sich auch Fraktionschef Gregor Gysi von Lafontaine ab, indem er diesem vorwarf, Bartsch als Kompromiss nicht das Amt des Bundesgeschäftsführers angeboten zu haben. Man könne dem 54-Jährigen jetzt nicht verübeln, an seiner Kandidatur festzuhalten. Nun wollen die Vize-Parteichefin Katja Kipping und die NRW-Landesvorsitzende Katharina Schwabedissen als Doppelspitze der Linken kandidieren.

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