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Libyen Rebellen stellen Gaddafi-Anhängern Ultimatum

Die Städte, die dem Diktator bis jetzt noch die Treue halten sollen sich bis Samstag ergeben. Auch an Algerien, das Gaddafis Familie Asyl gewährt, stellen die Rebellen Forderungen.

29.08.2011 21:51
Offensive: Libyens Rebellen arbeiten sich weiter nach Syrte vor. Foto: dapd

Der Machtkampf um Libyen geht weiter. Die Aufständischen in Libyen haben den noch in der Hand von Anhängern des langjährigen Machthabers Muammar el Gaddafi verbliebenen Städten ein Ultimatum gestellt. Die Ortschaften hätten bis Samstag Zeit, sich freiwillig zu ergeben, erklärte der Nationale Übergangsrat der Rebellen am Dienstag in Bengasi. Die Rebellen hatten vergangene Woche die Hauptstadt Tripolis erobert und Gaddafi zur Flucht gezwungen.

Rebellen fordern Auslieferung der Gaddafi-Familie

Am Dienstag Morgen wurde bekannt, dass Algerien Gaddafis Frau, seiner Tochter und zwei Söhnen Asyl gewährt hat. Darauf forderten die libyschen Rebellen umgehend, die Auslieferung der Gaddafi-Familie. Den Angehörigen Gaddafis Unterschlupf zu gewähren sei ein Akt der Aggression, sagte ein Sprecher des Übergangsrates in Tripolis. Die Rebellen könnten das Verhalten Algerien nicht nachvollziehen, sagte Rebellensprecher Mahmud Schammam am Montagabend (Ortszeit) in Tripolis. Wo Gaddafi selbst sich aufhält, ist nach wie vor unklar. Die Rebellen täten alles, um Gaddafi und seine Familie in Libyen vor Gericht zu stellen. Algerien ist das einzige der Nachbarländer Libyens, das den Rebellenrat noch nicht als legitime Vertretung des libyschen Volkes anerkannt hat. Algerien habe Gaddafis Familie offenbar die Ausreise in ein Drittland angeboten und erklärt, die Gaddafi-Verwandten aus humanitären Gründen aufgenommen zu haben, sagte der Rebellensprecher. Die Rebellen wollten Gaddafis Familie und den früheren Machthaber selbst dagegen festnehmen und in einem fairen Prozess vor Gericht stellen: „Wir wollen, dass diese Personen zurückkommen.“

Gaddafi hat mehrere Kinder. Ein weiterer Sohn des langjährigen libyschen Machthabers ist nach Rebellenangaben bei Kämpfen nahe der Hauptstadt Tripolis getötet worden. Chamis Gaddafi sei in der Nähe von Ben Walid und Tarhoni schwer verwundet worden, sagte ein Kommandeur der Aufständischen am Montag. Später sei er seinen Verletzungen in einem Krankenhaus erlegen und in der Region beerdigt worden. Zum Zeitpunkt des Todes äußerte er sich nicht. Eine unabhängige Bestätigung lag nicht vor.

Nato greift Gaddafi-Hochburgen an

Indessen konzentriert sich die Nato ihre Angriffsziele auf die verbliebenen Gaddafi-Hochburgen. Nach Angaben der Nato vom Dienstag waren zahlreiche Militäreinrichtungen in Gaddafis Geburtsort Sirte Ziel von Angriffen. Die Nato berichtete auch über Bombardierungen in Bani Walid südöstlich von Tripolis. Medienberichten zufolge hält sich Gaddafi möglicherweise dort auf.

In der Nähe von Sirte seien in den vergangenen 24 Stunden drei Kommandozentralen, vier Radaranlagen, 22 bewaffnete Fahrzeuge, zwei Versorgungsfahrzeuge, ein Leitstand und zwei Raketenstellungen zerstört worden, teilte die Nato mit. In Bani Walid habe man zwei Kommandozentralen und ein Munitionslager getroffen. Insgesamt seien in den vergangenen 24 Stunden 42 Kampfeinsätze geflogen worden.

Gaddafi wohl noch in Libyen

Chamis Gaddafi führte zuletzt eine nach ihm benannte Armeebrigade, die mit Massenmorden in Verbindung gebracht wird. Die Rebellen haben Tripolis vor einer Woche eingenommen, Gaddafi selbst aber bislang nicht finden können. Das US-Präsidialamt teilte mit, es gebe keine Hinweise, dass Gaddafi Libyen verlassen habe. Er wird unter anderem in seiner Geburtsstadt Sirte oder in der Hauptstadt Tripolis vermutet. Der Rebellenrat hat eine Belohnung von 1,3 Millionen Dollar für seine Ergreifung - tot oder lebendig - ausgesetzt.

Am Montag zogen die Aufständischen ihren Ring um dessen Geburtsstadt Sirte enger. Gleichzeitig versuchten die Rebellen, die Anhänger Gaddafis zur friedlichen Übergabe der Küstenstadt zu bewegen. Nach wie vor leisten Gaddafi-Getreue erbitterten Widerstand. Gut eine Woche nach dem Einmarsch der Aufständischen in Tripolis werden neben Sirte noch einige Ortschaften tief in der Wüste im Süden des Landes von Gaddafi-Getreuen gehalten. Die Rebellen zogen am Montag den Belagerungsring um Sirte enger. Gleichzeitig versuchten sie, die Unterstützer Gaddafis zur friedlichen Übergabe der Küstenstadt zu bewegen. (rtr, dpa)

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