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Libanon Hariri will in den Libanon zurückkehren

In einem in Riad geführten Interview trat der libanesische Ministerpräsident Saad Hariri Spekulationen entgegen, er werde gegen seinen Willen in Saudi-Arabien festgehalten.

12.11.2017 22:11
Saad Hariri
Saad Hariri im Fernsehen. Foto: rtr

Eine Woche nach seiner überraschenden Rücktrittserklärung hat sich der libanesische Ministerpräsident Saad Hariri am Sonntag erstmals wieder zu Wort gemeldet. In einem in der saudiarabischen Hauptstadt Riad geführten Interview trat Hariri Spekulationen entgegen, er werde gegen seinen Willen in Saudi-Arabien festgehalten.

„Ich bin hier frei, und wenn ich morgen abreisen will, dann reise ich“, sagte er dem libanesischen Fernsehsender Zukunft. Zugleich kündigte er an, dass er tatsächlich bald in den Libanon zurückkehren werde, um „die nötigen Verfassungsschritte“ für seinen Rücktritt zu absolvieren.

Libanons Präsident ist besorgt

Wenige Stunden zuvor hatte sich der libanesische Präsident Michel Aoun besorgt angesichts der „obskuren und ungewissen Umstände“ von Hariris Rücktritt geäußert und Saudi-Arabien zur Klärung von dessen Verbleib aufgefordert. Auch bezweifelte er, dass Hariri aus freien Stücken seinen Rücktritt erklärt habe. Der Präsident hat den Rücktritt noch nicht formell anerkannt und Hariri noch nicht von seinen Funktionen entbunden.

In seiner Rücktrittserklärung hatte Hariri von Riad aus von Mordplänen gegen ihn berichtet und schwere Vorwürfe gegen den Iran und die mit ihm verbündete libanesische Schiitenmiliz Hisbollah erhoben. In dem am Sonntag veröffentlichten Interview warf er dem Iran erneut Einmischung im Libanon und der Hisbollah Komplizenschaft vor.

Der Rücktritt des Sunniten Hariri droht das fragile Gleichgewicht der verschiedenen Religionsgruppen im Libanon aus dem Lot zu bringen. Dort leben unter anderem Sunniten, Schiiten, Christen und Drusen, hinter denen zum Teil konkurrierende Schutzmächte im Ausland stehen.

Der Kleinstaat Libanon droht dabei auch zum Spielball im Konflikt zwischen Saudi-Arabien und dem Iran um die Vorherrschaft in der Region zu werden. Das sunnitische Saudi-Arabien unterstützte bislang Hariri, hinter der Hisbollah steht der schiitische Iran. US-Außenminister Rex Tillerson hatte am Freitag vor einem „Stellvertreterkrieg“ im Libanon gewarnt. (afp)

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