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LEAP Gesetzeshüter fordern Drogen-Freigabe

Polizisten, Richter, Geheimdienstler - in der Organisation LEAP setzen sich Gesetzeshüter für die Legalisierung von Drogen ein. Verbote halten sie für sinnlos und kontraproduktiv.

10.09.2015 22:48
Mareike Meyer
Kiffer in Uruguay: "Drogenpolitik, die auf Strafverfolgung basiert, ist gescheitert." Foto: AFP

Drogenkonsum ist illegal. Das kritisieren nicht nur Cannabiskonsumenten. Für eine Legalisierung von Drogen in Deutschland setzen sich aber auch aktive und ehemalige Gesetzeshüter ein. Zur Gründung der Organisation LEAP Deutschland, die Abkürzung steht für „Law Enforcement against Prohibition“, zu Deutsch „Gesetzeshüter gegen Prohibition“, waren in Berlin ein Richter, ein ehemaliger Polizeipräsident, der stellvertretende Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, eine ehemalige MI5-Offizierin und ein ehemaliger Richter am Bundesgerichtshof erschienen.

„Ich habe es persönlich satt, dass junge Menschen kriminalisiert werden“, erklärte der Berliner Jugendrichter Andreas Müller. Seiner Meinung nach macht die Politik seit Jahren einen riesengroßen Fehler, indem sie den Konsum von Drogen unter Strafe stellt. „Kein Jugendlicher lässt sich aufhalten von einer Kriminalisierung“, sagte Müller.

Dabei wolle man nicht die Gefährlichkeit von Drogen in Frage stellen, erklärte Frank Tempel, der stellvertretende Vorsitzende des Innenausschusses und drogenpolitische Sprecher der Linken. „Es ist überfällig, dass es eine Organisation gibt, die das Thema aufnimmt“, sagte Tempel.

LEAP wurde im Jahr 2002 in den USA gegründet und hat nach eigenen Angaben weltweit etwa 150 000 Unterstützer in 120 Ländern. Jetzt ist auch Deutschland dabei.

Regulierter Markt angestrebt

Den Vorsitz der neuen Organisation hat Hubert Wimber übernommen, der ehemalige Polizeipräsident von Münster. Wimber hatte sich während seiner 18-jährigen Dienstzeit unter anderem für Drogenkonsumräume in Nordrhein-Westfalen eingesetzt. „Die Drogenpolitik, die auf Strafverfolgung basiert, ist gescheitert“, sagte Wimber und illustrierte seine These mit Zahlen aus der Kriminalstatistik.

Etwa 276 000 Straftaten der Rauschgiftkriminalität wurden 2014 insgesamt registriert, Cannabis ist dabei die am häufigsten konsumierte Droge. Die Zahl der Delikte sei in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen, was darauf zurückzuführen sei, dass die Polizei immer mehr Aufwand in diesem Bereich betreibe.

Die Strafverfolgungsbehörden wolle man durch die Entkriminalisierung des Drogenkonsums entlasten. „Das Ziel ist nicht ,freies Kiffen für freie Bürger‘, sondern wir können uns einen regulierten Markt nur unter staatlicher Kontrolle vorstellen“, sagte Wimber und verwies auf Modelle der staatlichen Lizensierung beispielsweise in den Niederlanden oder Portugal.

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