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Kriegsverbrechen in Guatemala Ex-Militärmachthaber entgeht Gerichtsverfahren

In den achtziger Jahren putschte sich Óscar Mejía an die Spitze des zentralamerikanischen Landes. Während des Bürgerkriegs soll er für Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantwortlich gewesen sein. Aus dem Prozess gegen ihn wird wohl nichts, denn Ärzte erklären ihn für prozessunfähig.

01.11.2011 10:36
Menschenrechtsaktivisten enthüllen ein Plakat mit dem Bild von Oscar Mejía, dem sie einige Verbrechen zur Last legen. Foto: dapd

Der frühere Militärmachthaber Guatemalas, Óscar Mejía, wird einem Prozess wegen Kriegsverbrechen und Völkermordes vermutlich entgehen. Eine Gruppe von Ärzten bescheinigte dem 80-Jährigen, geistig und körperlich einem Verfahren nicht mehr gewachsen zu sein, wie die Richterin Patricia Flores am Montag (Ortszeit) in Guatemala-Stadt mitteilte. Nach Überzeugung der Ärzte könne er sich vor Gericht weder angemessen äußern noch in vollem Umfang den Ausführungen folgen. Auch sei er zu gebrechlich für einen Prozess.

Am 10. Oktober war Haftbefehl gegen Mejía ergangen, der von 1983 bis 1986 in dem zentralamerikanischen Land herrschte und dem Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bürgerkrieges (1960-1996) vorgeworfen werden. Am 25. Oktober hatte die Richterin Flores ein ärztliches Gutachten in Auftrag gegeben, nachdem der Anwalt des Ex-Machthabers seinen Mandanten für prozessunfähig erklärt hatte. Die Vorsitzende des Opferverbandes Famdegua, Aura Elena Farfán, sprach von einem Rückschlag für die Gerechtigkeit und „einer Beleidigung für alle diejenigen, die Menschenrechtsverletzungen erlitten haben“.

Mejía hatte sich 1983 an die Macht geputscht; sein Vorgänger Efraín Ríos Montt ist heute Parlamentsabgeordneter. Die Jahre ihrer Herrschaft gelten als die blutigste Periode im guatemaltekischen Bürgerkrieg. Laut einem Bericht der nach dem Ende des Bürgerkrieges eingesetzten Wahrheitskommission wurden in dem 36 Jahre andauernden Konflikt zwischen Armee und linksgerichteter Guerilla rund 200.000 Menschen getötet oder verschwanden. (afp)

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