Lade Inhalte...

Krieg in Afghanistan US-Soldaten sollen wahllos Zivilisten getötet haben

Der mutmaßliche Rädelsführer einer Gruppe von Soldaten muss sich vor Gericht wegen des Mordes an afghanischen Zivilisten verantworten. Er und weitere Männer sollen aus purer Mordlust getötet haben, obwohl ihre Opfer keinerlei Bedrohung für sie darstellten.

01.11.2011 11:51
US-Soldaten bei einem Einsatz in Kandahar (Symbolbild). Foto: AFP

Vor einem US-Militärgericht hat am Montag der Prozess gegen den mutmaßlichen Rädelsführer einer Gruppe Soldaten begonnen, die in Afghanistan drei Zivilisten ermordet haben sollen. Zum Auftakt räumte der Verteidiger von Calvin Gibbs ein, sein Klient habe den Toten Finger abgeschnitten, wie der Rundfunksender NPR berichtete.

Anwalt Phil Stackhouse betonte jedoch, der Feldwebel habe mit dem Tod von zwei der drei Afghanen nichts zu tun, während Gibbs den dritten im Februar 2010 in Notwehr erschossen habe, berichtete die Zeitung „Seattle Times“ weiter. Die Staatsanwaltschaft beschrieb den 26-Jährigen hingegen als Anführer eines „Kill Teams“.

Ein weiterer Soldaten hatte sich im Zusammenhang mit dem Fall bereits des Mordes schuldig bekannt, ein anderer der fahrlässigen Tötung. Insgesamt waren fünf Infanteristen wegen der Verbrechen zwischen Januar und Mai 2010 angeklagt. Sie sollen die Zivilisten aus purer Mordlust mit Gewehren und Granaten getötet haben, obwohl sie keinerlei Bedrohung für die Soldaten darstellten.

Der Stabsgefreite Jeremy Morlock, der sich des Mordes für schuldig bekannt hatte und für eine kürzere Haftzeit als Hauptzeuge gegen die anderen vier Mitangeklagten aussagt, erklärte im Prozess gegen Gibbs, dieser habe Afghanen mit „Geringschätzung“ betrachtet. Der Feldwebel habe andere Soldaten gezielt für die Tötungen angeworben. Gibbs droht bei einer Verurteilung in dem Verfahren auf dem Stützpunkt Fort Lewis-McChord im US-Staat Washington eine lebenslange Haftstrafe.
Der Fall hatte im Frühjahr für Schlagzeilen gesorgt, nachdem das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ und andere Fotos veröffentlicht hatten, auf denen Morlock und ein weiterer Angeklagter den Kopf eines am Boden liegenden Opfers hochreißen und dabei in die Kamera blicken. (dpa)

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen