Lade Inhalte...

Kredit-Affäre Frag den Wulff

Erst dominierten Empörung und Spott die Wulff-Debatte, jetzt geht es weiter mit detaillierter Aufarbeitung: Zwei Plattformen nehmen Wulffs Äußerungen unter die Lupe.

10.01.2012 16:01
Wulff hat versprochen, aufzuklären. Mal schauen, ob er Wort hält.

Bei den Vorwürfen gegen den Bundespräsidenten Christian Wulff verliert man leicht den Überblick. Die Seite WulffPlagschafft Abhilfe: Hier sind die Anschuldigungen übersichtlich in Kategorien geordnet, die jeder nach dem Wiki-Prinzip ergänzen kann.

Es gehe um die möglichst genaue Auflistung, schreiben die Macher. "Wir wollen Transparenz, keine Stigmatisierung". Die Themen reichen von Wulffs Privatkredit bis zu seinem umstrittenen Anruf bei „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann, den Nutzer anhand der bisher durchgesickerten Informationen weitgehend rekonstruiert haben.

Es ist eine neue Entwicklung in der Affäre Wulff: Erst dominierten Empörung und Spott die Stimmung in der Debatte - inzwischen versuchen Internet-Nutzer aber auch, die bisherigen Erkenntnisse gemeinsam aufzuarbeiten.

Der Name „WulffPlag“ erinnert an die gemeinsame Suche nach Textanleihen in der Doktorarbeit des früheren Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg. In diesem Fall ist die Bezeichnung allerdings irreführend, denn Wulff werden keine Plagiate vorgeworfen.

Die Plattform Direkt zu Wulff hingegen will Fragen an Wulff aus dem Netz bündeln und vom Bundespräsidialamt beantworten lassen: Pro Woche schicken die Macher die jeweils drei beliebtesten Fragen an den Bundespräsidenten.

Am Dienstag waren zunächst drei Anfragen als „in Beantwortung“ markiert. Folgende Fragen setzten sich durch:

  • Warum sagte Wulff, er habe mit dem Anruf bei Bild-Chef Kai Diekmann durch die Verschiebung des Zeitungsberichtes seine Familie schützen wollen? Es nütze doch nichts, wenn ein Bericht später erscheine.
  • Warum gibt Wulff das Band, das den Anruf dokumentiert, nicht frei?
  • Warum ließ er sich nur von zwei "recht wohlwollenden" Journalisten eines öffentlichen Senders interviewen, wenn er doch vorhat, sein Verhältnis zu den Medien neu zu ordnen?

Wulff und seine Anwälte stehen jetzt unter Zugzwang: Immerhin hat der Bundespräsident zugesichert, alle offenen Fragen scheibchenweise zu beantworten.

Bei den Machern handelt es sich laut Impressum um zwei Berliner Studenten. Die Seite folgt dem Vorbild einer ähnlich aufgebauten Website, die Fragen an die Bundeskanzlerin übermittelt. Merkel hat angeblich schon 66 Mal geantwortet. (dpa/jon)

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen